Ärzte Zeitung, 11.08.2011

Kommentar

Eine lange Liste mit Hausaufgaben

Von Rebecca Beerheide

Das Aufatmen der Ländergesundheitsminister war deutlich zu hören, als die Pläne der Bundesregierung zur Reform der Bedarfsplanung konkreter wurden. Endlich, so dachten die Ressort-Chefs, könne man das Problem des Ärztemangels selbst in die Hand nehmen und die jammernden Bürgermeister beruhigen.

Doch die Euphorie trübt den Blick auf Probleme: "Die KVen haben künftig den im Einvernehmen mit den Landesverbänden der Krankenkassen und den Ersatzkassen aufgestellten Bedarfsplan den zuständigen Landesbehörden vorzulegen", heißt es im Versorgungsstrukturgesetz.

Wenn sich Kassen und ärztliche Selbstverwaltung schon bisher nicht einigen konnten, wie soll bei einer sektorenübergreifenden Bedarfsplanung mit den Ländervertretern Einigkeit erzielt werden? Streit ist schon programmiert.

Ob es durch drei Parteien am Verhandlungstisch neue Impulse für die Versorgung gibt, ist fraglich. Investitionen in die Infrastruktur von ländlichen Regionen scheuen viele Kommunen.

Lösungen für Ärztinnen, die aus familiären Gründen keine 60 Wochenstunden arbeiten können, hat die Selbstverwaltung noch nicht vorgelegt. Die Liste der Hausaufgaben ist für alle noch lang.

Lesen Sie dazu auch:
Landarzt als Lebensform - ist das noch zukunftsfähig?

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »