Ärzte Zeitung, 27.09.2011

Von der Geburt bis zur U7: Studenten begleiten Kinder

Wie wird ein Kind in den ersten beiden Lebensjahren medizinisch versorgt? Bonner Studenten sind hautnah dabei.

Von der Geburt bis zur U7: Studenten begleiten Kinder

Medizinstudenten werden Paten und begleiten Familie mit Kind die ersten zwei Jahre.

© SergiyN/shutterstock.com

KÖLN (acg). Ein Kind von der Geburt an zwei Jahre begleiten und sich so mit dem Berufsbild des Kinderarztes vertraut machen - das können jetzt Medizinstudenten der Uni Bonn ausprobieren.

Das Pilotprojekt "Medizinstudenten werden Paten. Frühkindliche Entwicklung erleben" startet zum kommenden Wintersemester in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Bonner Kinderärzten.

Zwei Jahre lange Begleitung

Sechs Studenten können sich für das Projekt bewerben. Sie lernen ihr Patenkind direkt nach der Geburt kennen, besuchen es zuhause und begleiten die Familie zwei Jahre zu allen Kinderarztbesuchen, einschließlich der Vorsorgeuntersuchungen bis zur U7.

Das Projekt richtet sich auch an Studenten der vorklinischen Semester. "So können sie miterleben, wie sich ein Kind normal entwickelt, bevor sie eine Menge über Pathologien lernen", sagt Dr. Andreas Müller, Leitender Oberarzt der Abteilung Neonatologie am Bonner Zentrum für Kinderheilkunde.

Wissen in Seminaren vertiefen

Neben den Besuchen in den Familien können die Paten in Seminaren zu den Themen Vorsorgeuntersuchung, Impfung, Kommunikation mit den Eltern oder zur gesunden Ernährung ihr Wissen vertiefen.

Die Uni-Kinderärzte bereiten sie auf die Arztbesuche vor und besprechen mit ihnen die Protokolle, die sie bei den Vorsorgeuntersuchungen verfasst haben. Zu dem Projekt gehört ein Praktikum beim niedergelassenen Kinderarzt.

In den ersten Semstern die Möglichkeit des Patientenkontakts

"Mit dem Projekt bekommen auch Studenten in den ersten Semestern die Möglichkeit des Patientenkontakts", sagt Müller. Sie können ihr Patenkind heranwachsen sehen und den Umgang mit Kindern und Gespräche mit den Eltern üben.

"Solche Erfahrungen sind nicht zu toppen", sagt Kinderarzt Dr. Till Dresbach, der das Projekt gemeinsam mit Müller betreut. Zudem könnten die jungen Leute den Beruf des Kinderarztes besser kennen lernen.

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