Ärzte Zeitung online, 31.10.2011

Lotse durchs Gesundheitswesen für Verschuldete

MAINZ (eb). Ein neues Internetportal soll Bürgern helfen, die Leistungen des deutschen Gesundheitswesens besser zu verstehen.

Auf der Website www.sozialvital.de soll "auf eine leicht verständliche Art" über dieses Thema informiert werden, heißt es in einer Mitteilung der Uni Mainz.

Die Plattform richtet sich an Berater, Lehrer und Erzieher als Multiplikatoren, mit Broschüren in verschiedenen Sprachen aber auch direkt an Bürger.

Besonders im Fokus des Projekts Sozialvital stehen überschuldete Menschen. Die Studie "Armut, Schulden und Gesundheit" (ASG-Studie) der Uni Mainz habe gezeigt, dass überschuldete Menschen häufiger krank sind, hieß es.

Betroffene nähmen das Gesundheitswesen seltener in Anspruch. Ein Grund dafür bei verschuldeten Menschen sei etwa die Praxisgebühr.

Das Problem: Vielen sei zunächst gar nicht bewusst, dass es Möglichkeiten gibt, sich von der Gebühr befreien zu lassen.

"Man kann sich zwar erkundigen, nur leider bekommt man oft unterschiedliche und teilweise sogar falsche Antworten", moniert Professor Stephan Letzel vom Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Uni Mainz.

Schlimmer noch: "Unsere Recherchen zu dem Projekt haben gezeigt, dass die Hotlines von Krankenkassen oft nicht korrekt Auskunft geben."

Letzels Institut hat das Projekt Sozialvital gemeinsam mit dem Schuldnerfachberatungszentrum der Uni aufgebaut.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt Ältere nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Mit diesem Ergebnis überrascht die ASPREE-Studie. mehr »

Junge sind besonders depressionsgefährdet

Der Alltag junger Menschen birgt hohe Risiken für Depressionen. Ärzte warnen: Die Gefahr der Chronifizierung ist groß. mehr »

Allergien machen Kindern zu schaffen

Allergien, psychische Störungen und Unfälle bleiben die häufigsten Risiken für chronische Krankheiten von Kindern. Vor allem Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis beeinträchtigen den Nachwuchs. mehr »