Ärzte Zeitung, 07.11.2011

Kinderbetreuung im Westen noch unsicher

BERLIN (dpa). In den westdeutschen Bundesländern wird es 2013 voraussichtlich nicht wie geplant für jedes dritte Kind unter drei Jahren einen Betreuungsplatz geben.

Im März dieses Jahres fanden erst 20 Prozent der Kleinkinder einen Platz in einer Kita oder bei einer Tagesmutter. Das Statistische Bundesamt bestätigte grundsätzlich einen entsprechenden Medien-Bericht. Die offiziellen Zahlen wollte das Amt an diesem Dienstag vorlegen.

Die Koalitionsspitzen hatten sich am Sonntagabend auf das umstrittene Betreuungsgeld ab 2013 verständigt - das Geld sollen Eltern erhalten, die für ihre Kleinkinder keinen Krippenplatz in Anspruch nehmen und sie selbst betreuen.Bund und Länder hatten den Ausbau der Kinderkrippen 2007 vereinbart.

Der Bund versprach den Ländern, dafür bis 2013 insgesamt vier Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen. Beide Seiten legten sich auf eine Betreuungsquote von 35 Prozent fest.

Schröder: "Das Bundesgeld ist da"

Gleichzeitig wurde festgeschrieben, dass Eltern von August 2013 an einen Rechtsanspruch auf Betreuung ihrer ein- bis dreijährigen Kinder haben. Weil sich der Ausbau der Betreuungseinrichtungen sogar verlangsamt hat, werden die zweieinhalb verbleibenden Jahre kaum ausreichen, die Lücken zu füllen, wie die Zeitung schreibt.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hatte zuvor den Ländern mangelndes Engagement beim Ausbau der Kleinkinderbetreuung vorgeworfen. "Ich verstehe die Länder nicht, das Bundesgeld ist da, und die Zeit drängt", sagte Schröder dem "Spiegel".

Von 2,15 Milliarden Euro, die der Bund bis 2013 für den Ausbau der Kindertagesbetreuung bereitgestellt hat, seien bis Oktober erst 1,24 Milliarden Euro abgerufen worden.

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