Ärzte Zeitung, 13.11.2011

Kommentar

Keime und kommunaler Filz

Von Christian Beneker

Wer ist verantwortlich? Nachdem der erste Schock über den Tod dreier Frühchen in Bremen, die weiteren Keim-Infektionen und die Versäumnisse bei der Meldung der Fälle überwunden ist, ruft die Politik nach Konsequenzen.

Aber nach welchen? Zu klaren Rücktrittsforderungen hat sich bisher niemand durchgerungen. Rücktritte wären aber schon längst das Mittel der Wahl.

Stattdessen wird untersucht, überprüft, auf den RKI-Prüfbericht gewartet und so fort. Es ist quälend!

Wenn man in Bremen nicht einen klaren und glaubwürdigen Schnitt macht, wird man die Stadt in Zukunft nicht nur mit dem toten Kind Kevin verbinden, sondern auch mit der Keim-Klinik Bremen.

Derzeit machen weder GeNo-Chef Diethelm Hansen noch Gesundheitssenatorin Jürgens Pieper Anstalten, ihren Hut zu nehmen. Das Tragische ist: Sie haben gute Gründe.

Hansen hat die GeNo auf so anspruchsvolles wie rigides Sanierungskonzept getrimmt. Geht er, so scheitert die Sanierung.

Jürgens-Pieper hat eben erst ihr Amt angetreten und trägt vielleicht am wenigsten persönlicher Verantwortung für das Desaster - und hat denn auch prompt den Rücktritt abgelehnt.

Gut und schön. Aber wer sonst sollte gehen?

Lesen Sie dazu auch:
Tote Frühchen werden zum Politikum

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