Ärzte Zeitung, 12.12.2011

Kommentar

Schwarzen Schafen Beine machen

Von Dirk Schnack

Mit Transparenz und Kontrolle ist es Hamburger Krankenhäusern gelungen, die Entstehung von Dekubitus zurück zu drängen. Das ist ein Erfolg, den viele Krankenhäuser in anderen Regionen, aber auch die anderen Sektoren in der Hansestadt noch nicht aufweisen können.

Mehr als 80 Prozent der in Hamburger Kliniken behandelten Patienten mit Dekubitus werden mit Druckgeschwüren eingeliefert. Was in anderen Sektoren zur Dekubitusvermeidung getan wird, ist nicht so transparent wie in den Kliniken.

Um das Thema aus der Tabuzone heraus zu holen, ist auch Vertrauen der Leistungserbringer untereinander erforderlich. Gerade hier herrscht aber oft Konkurrenzdenken und Misstrauen, beides lädt zum Vertuschen und Verschweigen ein.

Die an der Schnittstelle der Sektoren eingesetzten Wundmanager haben in Hamburg Vorarbeit geleistet und zum Teil schon erreicht, dass auch sektorübergreifend über Fehler gesprochen wird, ohne dass sofort Sanktionen drohen.

Das ist aber nur der erste Schritt. Jetzt müssen alle Pflegeeinrichtungen daran arbeiten, dass Dekubitusprophylaxe selbstverständlich wird und sich dem Thema Transparenz stellen, damit schwarze Schafe nicht länger untätig bleiben.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Darum gibt es in Hamburg weniger Dekubitus-Fälle

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Deutsche ernähren sich schlecht

Tödliche Infarkte und Schlaganfälle durch schlechte Ernährung: Deutschland nimmt hier unter den Ländern mit westlichem Lebensstil einen traurigen Spitzenplatz ein. mehr »

Spahn bleibt bei Sprechstundenzeiten hart

Das Termineservicegesetz wird nachgebessert werden, aber nicht bei den Sprechstundenzeiten. Das stellt Jens Spahn beim Neujahrsempfang des Hausärzteverbands klar. mehr »

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »