Ärzte Zeitung, 11.01.2012

950 Missbrauchsopfer der katholischen Kirche beantragen Zahlungen

BONN/TRIER (dpa). Im Missbrauchsskandal der katholischen Kirche haben bislang rund 950 Opfer eine Entschädigung beantragt. Dies sagte eine Sprecherin der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) am Mittwoch in Bonn.

Etwa 930 Anträge habe die Zentrale Koordinierungsstelle der Bischofskonferenz bereits bearbeitet. In mehr als 90 Prozent der Fälle sei eine Zahlung empfohlen worden, die über die Bistümer oder Orden erfolgt. Die katholische Kirche hatte im März 2011 angeboten, Opfern sexuellen Missbrauchs bis zu 5000 Euro Entschädigung zu zahlen.

Besonders viele Anträge seien gleich zu Beginn eingegangen, sagte die Sprecherin. In den vergangenen Monaten sei die Zahl der Eingänge rückläufig. Im Großteil der Fälle wurden Summen bis zu 5000 Euro empfohlen. In Härtefällen sei der Betrag aber auch überschritten worden.

Anträge können weiterhin eingereicht werden

In der Koordinierungsstelle beraten Psychologen, Juristen und Theologen über die Anträge. Anträge könnten weiterhin unbefristet eingereicht werden, hieß es.

Der Skandal um den Missbrauch vieler Kinder und Jugendlicher in katholischen Einrichtungen hatte 2010 die Kirche erschüttert.

Die Übergriffe lagen teils mehr als 60 Jahre zurück, wurden aber dann erst aufgedeckt. Die Bischofskonferenz hatte den Trierer Bischof Stephan Ackermann im Februar 2010 mit der bundesweiten Aufarbeitung des Missbrauchsskandals betraut.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Freunde hinterlassen Spuren im Gehirn – Rauchen auch

Sport, Alkohol, soziale Kontakte – die Lebensführung spiegelt sich im Gehirn wider, so eine Studie. Und: Raucherhirne laufen auf Hochtouren. Doch das ist nicht positiv gemeint... mehr »

§219a – Eine Reform und ihr Preis

Am Ende ging es schnell: Nach dem Beschluss im Bundestag, dürfen Ärzte künftig informieren, dass sie Abtreibungen anbieten. Glücklich ist mit dem Kompromiss niemand. Auch nicht mit der Studie zu den Folgen einer Abtreibung. mehr »

GBA warnt Spahn vor „Systembruch“

Der Versuch von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Bewertungsverfahren im Gemeinsamen Bundesausschuss zu umgehen, stößt auf massive Gegenwehr im GBA. mehr »