Ärzte Zeitung, 24.01.2012

Kommentar

Willkommen in der Einsatzrealität

Von Rebecca Beerheide

Im Ausland hui, im Inland pfui - das ist, kurz zusammengefasst, die Bilanz des Wehrbeauftragten zum Zustand des Sanitätsdienstes. Die Formulierungen "noch nicht zufriedenstellend" oder "mangelhaft" tauchen in dem Bericht immer wieder auf - und das schon seit Jahren.

Die Verwaltung des Sanitätsdienstes ist immer noch nicht in der Realität des Auslandseinsatzes angekommen.

Zwar ist die medizinische Versorgung im Ausland deutlich besser als im Inland, doch wird der Auslandseinsatz der Ärzte oft durch Bürokratie und Abstimmungsprobleme der Abteilungen in der Heimat überlagert.

So müssen schwerstverletzte Patienten auf dem Rücktransport oft mehrfach umgelagert werden, weil die Liegen nicht die Einsatzfahrzeuge verlassen dürfen - Vorschriften sind wichtiger, als das gesundheitliche Risiko für den Patienten.

Es sind solche Anweisungen, die es für die Sanitätsoffiziere wenig verlockend machen, dauerhaft Dienst bei der Bundeswehr zu tun.

Als Arbeitgeber wird die Bundeswehr unattraktiv, wenn es zu ständiger Arbeitsüberlastung und vermehrten Auslandseinsätzen kommt. Bessere Bezahlung ist das eine - doch auch einsatztauglichere Vorschriften können die Arbeitszufriedenheit erhöhen.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Bundeswehr unattraktiv für Ärzte

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