Ärzte Zeitung, 30.01.2012
 

Kommentar

Einmal muss Schluss sein

Von Christoph Fuhr

Die Auseinandersetzung um den Ausbau des Rhein-Main-Flughafen in Frankfurt eskaliert. Erbitterte Anwohner wollen den Lärm der Flieger seit Eröffnung der neuen Landebahn Nordwest nicht länger ertragen.

Radikale Expansions-Befürworter warnen wie Erweckungsprediger vor dem Untergang des Abendlandes, wenn ein weiterer Ausbau gestoppt würde. Und wissenschaftliche Gutachter hauen sich gegenseitig ihre unterschiedlichen Berechnungen über Lärmobergrenzen und Gesundheitsbelastungen um die Ohren.

Befriedigende Lösungen sind nicht abzusehen. Aus ärztlicher Sicht scheint es aber unbedingt nötig, stärker die Zusammenhänge zwischen Lärm und Gesundheit auch überregional in den Fokus zu rücken.

Dies gilt umso mehr, als dass das Problem Fluglärm inzwischen auch in anderen Regionen Deutschlands drastisch an Bedeutung gewonnen hat, etwa im Umfeld des neuen Flughafens im Süden Berlins.

Wer im übrigen in Hessen glaubt, mit jeder weiteren Expansion des weltweiten Flugverkehrs sei der Region auch ein weiterer Ausbau des Drehkreuzes Frankfurt zuzumuten, der lügt sich einen in die Tasche. Einmal muss Schluss sein mit der Expansion. Ein Ende des Streits ist nicht in Sicht.

Lesen Sie dazu auch:
Fluglärm entzweit Gutachter
Interview: "Fluglärm ist ein Umweltgift"
Kommentar: Einmal muss Schluss sein

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Es kommt Schwung in die Entwicklung neuer Psychopharmaka

Bald könnte es einen Schub für die Entwicklung neuer Psychopharmaka geben. Denn Forscher finden immer mehr über die Entstehung psychischer Erkrankungen heraus. mehr »

Spielt Krebs eine Rolle beim plötzlichen Kindstod?

Ein plötzlicher Kindstod bei einer unbekannten neoplastischen Erkrankung ist selten, aber kommt vor. Das ist das Ergebnis einer britischen Studie. mehr »

Patienten sollen Verdacht auf Nebenwirkung melden

Alle europäischen Arzneimittelbehörden fordern in einer gemeinsamen Kampagne Patienten auf, ihnen verstärkt Verdachtsfälle von Nebenwirkungen zu melden. mehr »