Ärzte Zeitung, 27.02.2012

Uni Köln: Professor nimmt sich das Leben

Der Skandal um die Identität dreier Leichen am anatomischen Institut der Uni Köln hat fatale Folgen: Der ehemalige Institutschef Professor Jürgen Koebke hat sich das Leben genommen.

Leichenchaos an der Uni Köln endet tödlich

Universität Köln: Der ehemalige Leiter des anatomischen Instituts Professor Jürgen Koebke hat sich das Leben genommen.

© Rainer Unkel / imago

KÖLN (akr). Die Unregelmäßigkeiten am Anatomischen Institut der Universität Köln haben tragische Folgen: Der ehemalige Direktor des Instituts, Professor Jürgen Koebke, hat sich das Leben genommen.

Polizisten fanden die Leiche des 66-Jährigen am Freitag unter einer Brücke. Die Staatsanwaltschaft schloss Fremdeinwirkung aus.

Die Universität Köln hatte vor kurzem die Behörden eingeschaltet, weil die Identität von drei Körperspendern im Anatomischen Institut unklar ist. In dem Institut waren aufgrund von Unregelmäßigkeiten in der Aktenführung zahlreiche Leichen nicht in angemessener Zeit bestattet worden.

Nachdem das öffentlich geworden war, hatte die Uni erklärt, die Vorkommnisse seien nach einem Wechsel in der Führung des Instituts offenbar geworden - also nach dem Ausscheiden Koebkes.

Der im Herbst ausgeschiedene Institutsleiter soll aber Zeitungsberichten zufolge von den Unregelmäßigkeiten gewusst und mit seinem damals bereits designierten Nachfolger schon Maßnahmen für ihre Beseitigung ergriffen haben.

Topics
Schlagworte
Politik & Gesellschaft (82987)
Organisationen
Uni Köln (443)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Diese Aspekte schinden den Körper von Astronauten

Die Forschung auf der ISS liefert wichtige Erkenntnisse, ist aber Schwerstarbeit für den Organismus. Was passiert dabei mit dem Körper genau – und wozu das Ganze? mehr »

GBA warnt Spahn vor GKV-Systembruch

Der Versuch von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Bewertungsverfahren im Gemeinsamen Bundesausschuss zu umgehen, stößt auf massive Gegenwehr – nicht nur im GBA. mehr »

§219a – Eine Reform und ihr Preis

Nach dem Beschluss im Bundestag, dürfen Ärzte künftig darüber informieren, dass sie Abtreibungen anbieten. Doch glücklich ist mit dem Kompromiss niemand. Auch nicht mit der Studie zu den Folgen einer Abtreibung. mehr »