Ärzte Zeitung, 28.02.2012

Kommentar

Kein Grund zur Panik

Von Christiane Badenberg

Droht in Deutschland Chaos und Notstand, wenn Ärzte streiken, Vorfeldlotsen auf dem Frankfurter Flughafen die Arbeit niederlegen oder Lokführer für ein paar Tage in den Ausstand treten?

Keineswegs,wie man zur Zeit am Frankfurter Flughafen sieht und in den vergangenen Jahren an den Streiks der Ärzte bei unterschiedlichen Klinikträgern gesehen hat.

Und auch der Ausstand von Lokführern oder Piloten hat Deutschland nicht in den Ruin getrieben.

Deshalb ist es auch überzogen, wenn jetzt wieder Forderungen auftauchen, dass die Macht der Berufsgewerkschaften beschnitten werden sollte, um chaotische Verhältnisse und wirtschaftlichen Niedergang zu vermeiden.

Klar ist, Forderungen sollten nicht überzogen sein und die Zahlen, die über die geforderten Tariferhöhungen der Vorfeldlotsen kursieren, lassen einen staunen. Aber es ist bislang auch völlig offen, ob die Gewerkschaft der Flugsicherung überhaupt als Gewinner aus diesem Konflikt hervorgehen wird.

Das Bundesarbeitsgericht hat im Jahr 2010 den Grundsatz - ein Betrieb, ein Tarifvertrag - gekippt. Seitdem ist weder die Zahl der Spartengewerkschaften noch die der Streiks explodiert. Zur Panikmache besteht daher bis jetzt kein Anlass.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Flughafenstreik auch für Ärzte gefährlich?

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Quereinstieg zum Hausarzt – reicht ein Jahr Weiterbildung?

Der Deutsche Hausärzteverband warnt vor einer Verwässerung der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner. Ein Jahr Weiterbildung reiche nicht für Umsteiger aus der Klinik. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »