Ärzte Zeitung, 11.06.2012

Besserer Impfstatus von Berliner Schulanfängern

Neue Ergebnisse von Schuleingangsuntersuchungen: Mehr Kinder sind geimpft. Doch es gibt auch schlechte Nachrichten.

BERLIN (ami). Schulanfänger in Berlin sind bei Impfungen zunehmend auf dem neuesten Stand. Bei Ernährung und Bewegung haben aber vor allem benachteiligte Kinder immer noch großen Nachholbedarf.

Das geht aus Ergebnissen der Einschulungsuntersuchungen 2011 hervor, die der Berliner Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) vorgelegt hat.

Der positive Trend der vergangenen Jahre setze sich fort, so Czaja. "Besondere Aufmerksamkeit muss jedoch weiter den Familien gelten, bei denen schwierige soziale Problemlagen mit Erwerbslosigkeit zusammentreffen", fordert der Senator.

Beratungs- und Hilfebedarf sieht er bei Ernährung, Zahngesundheit und Bewegung. Den wachsenden Anteil der Kinder, die eine Kita länger als zwei Jahre besuchen - aktuell 89 Prozent - will Czaja nutzen, um die "gesundheitliche Chancengleichheit langfristig zu sichern".

Mehr als 27.000 Schulkinder untersucht

Die Auswertung auf Basis der Einschulungsuntersuchungen von mehr als 27.000 Kindern zeigt, dass neue Impfempfehlungen in Berlin zunehmend umgesetzt werden. Gegen Pneumokokken sind nun bereits 44 Prozent der Schulanfänger geimpft, 2010 waren es erst zwölf Prozent.

Auch die Impfrate gegen Varizellen ist von 28 auf 57 Prozent mit mindestens zwei Impfdosen hochgeschnellt. Gegen Meningokokken waren 84 statt 78 Prozent der Schulanfänger im Jahr 2010 geimpft.

Auch die zweite Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln haben inzwischen neun von zehn Kindern bei der Einschulung erhalten. Auffällig ist, dass Kinder mit Migrationshintergrund häufiger grundimmunisiert sind als Kinder deutscher Herkunft.

Keine Verbesserungen gab es dagegen beim Körpergewicht der Kinder, bei Zahngesundheit und dem Besuch von Früherkennungsuntersuchungen.

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