Ärzte Zeitung, 20.06.2012
 

Sporthochschule startet Training für Krebs-Kranke

Die Sporthochschule Köln und das Centrum für Integrierte Onkologie arbeiten nun enger zusammen.

KÖLN (tau). Die Universitätsklinik Köln baut ihre Zusammenarbeit mit der Deutschen Sporthochschule Köln in der Therapie für Krebspatienten aus.

Die Sportwissenschaftler beziehen derzeit eigene Räume im Centrum für Integrierte Onkologie, die sie für Forschung, Lehre und praktische Therapiearbeit nutzen wollen.

Die Kölner Onkologen erhalten damit ein Sportzentrum im eigenen Haus. Bisher mussten sie ihre Patienten für ein professionell begleitetes Training in die Sporthochschule schicken. Die offizielle Eröffnung des neuen Standorts ist für den November 2012 geplant.

Die Sportwissenschaftler bieten in den drei Räumen auf einer Fläche von 100 Quadratmetern eine Trainingstherapie auf dem neuesten Stand, sagt Dr. Freerk Baumann, Leiter der verantwortlichen Arbeitsgruppe "Bewegung und Sport bei Krebs" der Sporthochschule.

Für die Therapie stehen Laufbänder und andere Geräte bereit. "Es ist ein Leuchtturmprojekt", sagt Baumann.

Training für zwölf Patienten

"Wir können hier Forschung und Therapie verbinden." Die Räumlichkeiten sollen außerdem für die Ausbildung von Medizin- und Sportstudenten genutzt werden.

Die Räume bieten Trainingsmöglichkeiten für zwölf Patienten. Allerdings wollen die Sportwissenschaftler vorerst nur drei bis fünf Teilnehmer aufnehmen, um sich auf laufende Forschungsreihen besser konzentrieren zu können.

Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Erarbeitung individualisierter Bewegungskonzepte für verschiedene Krebsarten differenziert nach den Krankheitsphasen.

Bis in die 1990er Jahre gab es das Vorurteil, dass sich Krebs und Sport gegenseitig ausschließen, da körperliche Anstrengung als Überforderung für den Organismus der Patienten galt.

Inzwischen ist Stand der Wissenschaft, dass sportliche Betätigung hilft, solange der Belastungsgrad stimmt.

"Die ersten Daten zeigen, dass Sport die Krankenhaustage von Krebspatienten verringern kann", sagt Baumann. Auch Infektionen könnte vorgebeugt werden.

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