Ärzte Zeitung, 19.09.2012

Tiermast

Regierung will weniger Antibiotika

BERLIN (dpa). Der Einsatz von Antibiotika in der Tiermast soll reduziert werden. Das Bundeskabinett beschloss dazu am Mittwoch eine Änderung des Arzneimittelgesetzes.

Durch den Aufbau einer zentralen Datenbank der Länder soll der Antibiotika-Einsatz ab 2013 stärker erfasst und kontrolliert werden.

Für Mittel, die bei der Heilung von Menschen eine besonders große Rolle spielen, soll ein Verbot geprüft werden, damit es nicht zu Resistenzen kommt. Für das Projekt werden 22 Millionen Euro an Verwaltungsaufwand veranschlagt.

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 1734 Tonnen Antibiotika in der Tierhaltung eingesetzt - mehr als doppelt so viel wie noch im Jahre 2005.

Die Grünen kritisieren die Pläne von Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) als völlig unzureichend. "Mit den vorgestellten Maßnahmen wird sich an den horrenden Antibiotikamengen, die in der Tiermedizin eingesetzt werden, in den nächsten Jahren gar nichts ändern", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Bärbel Höhn.

Dabei nehme die Resistenzbildung bei den Menschen durch den massiven Einsatz stark zu, betonte Höhn.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

30 Minuten Bewegung am Tag verhindern jeden 12. Todesfall

Bewegung verlängert das Leben, das bestätigt die bisher größte Studie zum Thema. Und: Bewegung im Alltag reicht dazu schon aus, es muss kein anstrengender Sport sein. mehr »

Welche Gesundheitspolitiker bleiben im Bundestag?

So sehr sich der Bundestag verändert - viele aus der Gesundheitspolitik vertraute Gesichter werden vermutlich wieder im Gesundheitsausschuss arbeiten. Eine Auswahl. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »