Ärzte Zeitung, 09.10.2012

Kinderchirurgen

Jede dritte Fehlbildung bei Neugeborenen wird operiert

HAMBURG (ras). Etwa fünf bis sieben Prozent aller in Deutschland geborenen Kinder weisen eine Fehlbildung auf: Ein Drittel davon ist so schwerwiegend, dass die Kinder noch im Geburtsmonat operiert werden müssen.

Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) bei ihrer 50. Jahrestagung in Hamburg hingewiesen.

Erkrankungen, die Kinderchirurgen heute bereits in den ersten Lebensstunden oder Lebenstagen operieren können, sind etwa Verschlüsse der Speiseröhre und des Darmes, Bauchwanddefekte, Zwerchfellbrüche und Lungenfehlbildungen.

Viele dieser Krankheitsbilder waren noch vor fünfzig Jahren weitgehend unbekannt und schon gar nicht operabel.

Entsprechend hoch war die Sterblichkeitsrate: Nahezu die Hälfte der Kinder mit schwerwiegenden angeborenen Fehlbildungen starb damals.

Erst mit Hilfe einer verbesserten vorgeburtlichen Diagnostik, Intensivmedizin, Kinderanästhesie und -chirurgie konnte die Rate auf heute etwa fünf Prozent gesenkt werden, so Professor Udo Rolle, Chefarzt der Kinderchirurgie im Universitätsklinikum in Frankfurt.

Nur große Zentren, die entsprechend viele Kinder behandeln, verfügten über ausreichende Erfahrung, hieß es bei der Jahrestagung. Um weitere Fortschritte zu erzielen, fordert die DGKCH mehr Investitionen zugunsten des Fachs Kinderchirurgie.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »

Wird die Apple Watch zum Herzrhythmus-Monitor?

Die neue Smartwatch von Apple verfügt über einen EKG-Sensor. Über eine weitere App erkennt sie Vorhofflimmern. Wie sehen mögliche Einsatzszenarien aus? mehr »

Abtreibungsgegner darf Ärzte nicht Mörder nennen

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat einem katholischen Abtreibungsgegner Grenzen für Kritik an Ärzten aufgezeigt, die Schwangerschaftsabbrüche anbieten. mehr »