Ärzte Zeitung online, 04.01.2013

Schäubles Steuerplan

"Selbstgedrehte" Kippen sollen teurer werden

STUTTGART/BERLIN. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will laut einem Zeitungsbericht nach der Bundestagswahl in diesem Herbst die Steuer auf Tabak-Feinschnitt für selbst gedrehte Zigaretten erhöhen.

Die Erhöhung sei offenbar Teil des Sparpakets, das im Finanzministerium für die Zeit nach der Wahl im Herbst geschnürt worden ist, berichten die "Stuttgarter Nachrichten" (Freitag).

Regierungskreise bestätigten der Zeitung, das Finanzministerium habe den Unternehmen Reemtsma, Philip Morris und anderen Feinschnitt-Herstellern bereits die Pläne für die Steuererhöhung übermittelt und um Stellungnahme gebeten.

Die Industrie solle bei einer marktschonenden Anhebung der Steuer auf Feinschnitt mitarbeiten.

Das Bundesfinanzministerium dementierte den Zeitungsbericht am Freitag. Entsprechende Pläne gebe es keine, hieß es. Vielmehr sei zum Jahresanfang eine bereits 2010 beschlossene Steuererhöhung in Kraft getreten.

In Deutschland drehen immer mehr Raucher selbst, um Geld zu sparen. Dies führt zu Steuerausfällen, da der Feinschnitt im Vergleich zur Zigarette steuerlich nur gering belastet ist.

Eine Schachtel Zigaretten kostet um die fünf Euro. Für 20 Zigaretten, die sich Raucher aus Feinschnitt selbst drehen, müssen laut Zeitung nur etwa 1,20 Euro bezahlt werden. (dpa)

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