Ärzte Zeitung, 18.02.2013

Kommentar zu Niedersachsen

Das rot-grüne Mantra

Von Christian Beneker

Diesen Eindruck dürften alle Koalitionsverträge machen: den eines kalten Buffets, von dem sich jeder Wähler einer neuen Regierung mit dem versorgen kann, wonach ihm der Appetit steht.

Da bilden auch die gesundheitspolitischen Ziele des niedersächsischen Koalitionsvertrages von SPD und Grünen keine Ausnahmen. Neben so nebulösen wie abgegriffenen Schlagworten wie "wohnortnahe Grundversorgung sichern" oder "Dokumentationsabbau" haben sich die Koalitionspartner unter der neuen SPD-Gesundheitsministerin Cornelia Rundt auch ganz Konkretes zum Ziel gesetzt.

So sollen Pflege-Einrichtungen auch dann für die Ausbildungsvergütung aufkommen, wenn sie gar keine Lehrlinge haben - per Umlage. Gute Idee. Aber wie im ärztlichen Bereich sind Geld und Entlohnung nur die eine Seite, die andere sind die Arbeitsbedingungen.

Apropos Geld: Die Koalition will die Gebühren und eine Reihe von Steuern, etwa die Grunderwerbsteuer, erhöhen, um ihre Vorhaben zu finanzieren. Natürlich wird das nicht reichen.

Vielleicht wird sich erst dann zeigen, was SPD und Grüne gesundheitspolitisch wirklich wollen, wenn sie entscheiden, wofür sie Geld auf den Tisch legen wollen. Bis dahin müssen die Wähler das Mantra des Vertrages murmeln: "Mehr von allem, besser und gerechter."

Lesen Sie dazu auch:
Niedersachsen: Die Gesundheitspläne von Rot-Grün

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Galenus-Gala 2018 – Das sind die Gewinner

Was zeichnet innovative Arzneimittelforschung aus? Vier Medikamente und eine Forschergruppe erhalten den Galenus-von-Pergamon-Preis 2018. Für beispielhaftes soziales Engagement wurde zudem der CharityAward verliehen. mehr »

Spahn kritisiert Stimmungsmache der Ärzte

Die Ärzte sind verärgert über Spahns Versorgungsgesetz. Der Gesundheitsminister stellt gegenüber der "Ärzte Zeitung" irritiert klar: Die KBV hat am Gesetz mitgearbeitet. mehr »

Glücklich und zufrieden mit dem Job

Ärzte und Psychotherapeuten arbeiten gerne in ihrem Beruf und würden ihn wieder ergreifen. Der Ärztemonitor zeigt auch: So viele Ärzte wie nie zuvor sind zufrieden mit der wirtschaftlichen Situation. mehr »