Ärzte Zeitung online, 07.08.2013
 

Bayern

Breite Front gegen Bürgerversicherung

In Bayern hat sich ein breites Bündnis gegründet, das gegen die Bürgerversicherung kämpfen will.

Von Jürgen Stoschek

MÜNCHEN. In Bayern hat sich ein Bündnis gegen die Bürgerversicherung konstituiert. Zu den Bündnispartnern gehören Verbände und Organisationen der Ärzte, Zahnärzte, Apotheker, Vertreter der pharmazeutischen Industrie und der privaten Krankenversicherung sowie die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft.

Mit dabei sind außerdem der Gesundheitspolitische Arbeitskreis der CSU und der Landesfachausschuss Gesundheit der FDP. Initiatorin des Bündnisses ist die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion Julika Sandt.

Die Einführung einer Bürgerversicherung hätte nach Angaben von Sandt eine schlechte Gesundheitsversorgung und den Verlust bundesweit Hunderttausender Arbeitsplätze zur Folge.

Das sei vielen Wählern offenbar nicht bewusst. Deshalb werde das Bündnis in den nächsten Wochen vor der bayerischen Landtagswahl und vor der Bundestagswahl deutlich machen, was sich hinter "dem harmlosen Begriff Bürgerversicherung", so Sandt, verberge.

Folge wären Entlassungen

Bei der Gründungsversammlung erklärte Professor Günther Neubauer, Direktor des Münchner Instituts für Gesundheitsökonomik, bei einer Bürgerversicherung nach SPD-Konzept würden die Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung für viele Unternehmen ansteigen.

Allein an den bayerischen Krankenhäusern würde die Mehrbelastung beim SPD-Vorschlag den Jahresgehältern von 1062 Pflegekräften entsprechen.

Die Folge wären Entlassungen und eine massive Verschlechterung der Pflegesituation in den Kliniken, so Neubauer.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gegen Husten taugen Medikamente wenig

Abwarten und Tee trinken, mehr wollen US-Experten gegen erkältungsbedingten Husten nicht empfehlen. Allenfalls etwas Honig bei Kindern halten sie noch für geeignet. mehr »

Erst krebskrank, dann Hypertoniker

Überlebende von Krebserkrankungen in der Kindheit tragen ein erhöhtes Hypertonierisiko: Im Alter von 50 Jahren sind 70 Prozent betroffen. mehr »

Macht das Stadtleben krank?

Stadtluft kann Schizophrenie begünstigen, glauben Wissenschaftler. Ein Chefarzt der Charité fordert deshalb eine Public-Mental-Health-Strategie für urbane Räume. mehr »