Ärzte Zeitung, 27.09.2013

Kommentar zur großen Koalition

Schwierige Kompromisse

Von Dirk Schnack

Die großen Probleme im Gesundheitswesen sind schnell erkannt: Wir haben Defizite in der Pflege, in der Prävention und es gibt Nachbesserungsbedarf bei den Klinikfinanzen. Auf dem Hamburger Gesundheitswirtschaftskongress zeigten die lokalen Gesundheitspolitikervon CDU und SPD, dass sie die Probleme auf diesen Feldern ähnlichstark gewichten.

Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) und Dietrich Wersich (CDU) haben bereits bewiesen, dass sie persönlich zu Kompromissen in der Lage sind. Damit ist abernoch keine Einigung über den Weg zur Lösung der Probleme erzielt - und erst recht keine Koalition in Berlin besiegelt.

An der Gesundheitspolitik wird diese zwar kaum scheitern, aber beide Seiten müssten einigeKröten schlucken, die schwer verdaulich sind. Schwer vorstellbar ist, dass die CDU sich mit einer Bürgerversicherung abfindet.

Oder dass die SPD zustimmt, dass die PKV unangetastet bleibt. Wer auch immer in einer großen Koalition das Sagen haben wird in der Gesundheitspolitik, der Partner wird es ihm schwer machen und dann doch Probleme haben, die getroffenen Entscheidungen innerparteilich zu vertreten.

Ärzte dürfen gespannt sein: Sie sollen weder im dualen, noch in einem einheitlichen Versicherungssystem Nachteile erleiden. Auch wenn diese Aussage nach der Wahl getroffen wurde: Skepsis bleibt angebracht.

Lesen Sie dazu auch:
Große Koalition?: "Echte Widersprüche gibt es nicht"

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