Ärzte Zeitung online, 09.10.2013
 

EMS

Hat Kasse missliebigen Hausarzt ausgebootet?

Beim Besetzungsverfahren um eine Professorenstelle an der European School of Medicine soll die hkk dafür gesorgt haben, dass eine Bewerbergruppe um den Bremer Hausärztechef Michael Mühlenfeld aus formalen Gründen aus dem Rennen flog. Die Kasse sagt, sie habe mit der Besetzung nichts zu tun.

Von Christian Beneker

Hat Kasse missliebigen Hausarzt ausgebootet?

Dr. Hans-Michael Mühlenfeld hatte sich um die Professorenstelle an der EMS beworben.

© Beneker

OLDENBURG/ BREMEN. In dieser Geschichte geht es um vier Hausärzte und eine Krankenkasse. Um nachgetragenen Zorn und um ein zartes Pflänzchen namens European Medical School (EMS), um dessen guten Ruf nun alle Beteiligten fürchten.

Die hkk aus Bremen habe mit der Zusage von Stiftungsgeldern verhindert, dass vier Hausärzte aus dem Nordwesten eine Professur in Oldenburg erhalten.

Das Ganze wegen eines alten Zwistes zwischen einem der Bewerber und der Kasse. So sehen es jedenfalls die vier Hausärzte aus Bremen und Niedersachsen.

Klar ist: Im vergangenen Sommer hatte sich die Vierergruppe, darunter die beiden Bremer Hausärzte Dr. Günther Egidi und Dr. Michael Mühlenfeld, auf die Ausschreibung einer Professorenstelle der Allgemeinmedizin mit Schwerpunkt Versorgungsforschung an der neu entstandenen European Medical School (EMS) in Oldenburg und Groningen beworben.

Formale Gründe schließen die Bewerber plötzlich aus

Die EMS bietet seit Beginn der Vorlesungen im vergangenen Herbst deutschlandweit den ersten Bachelor-Master-Studiengang für Medizin an.

40 Erstsemester sind zum Wintersemester 2012/ 2013 in Oldenburg ins Studium gegangen. Es soll besonders praxisnah und hausärztlich orientiert ausgerichtet werden. Einer der wissenschaftlichen Schwerpunkte ist die Versorgungsforschung. Unter anderem für diesen Schwerpunkt sucht die Fakultät nun einen Professor.

Zurück nach Bremen: Rund ein Jahr nach ihrer Bewerbung wurde den vier Hausärzten von der Fakultät mitgeteilt, dass die Ausschreibung aus formalen Gründen zurückgezogen worden sei, berichtet Egidi.

Um welche formalen Fehler es sich dabei handelte, will niemand sagen. Das Ministerium und die Uni folgen der Sprachregelung "formale Fehler".

Auch der zweite Vorsitzende der Berufungskommission, der Informatiker Professor Hans-Jürgen Appelrath, wollte nicht ins Detail gehen, sagte aber, die Gründe hätten "keinen anderen Weg zugelassen".

Hausärzte zunächst in der engeren Wahl

Der neue Ausschreibungstext weist nun aber einen neuen Zusatz auf: "Aufgrund der Aufbausituation der European Medical School ist die Stelle nicht teilzeitgeeignet." Damit ist eine erneute Bewerbung für die Hausärztegruppe ausgeschlossen und ihr Ärger groß. Lesen Sie diesen Artikel in unserer App-Ausgabe vom 9.10.2013 weiter und erfahren Sie mehr über den Zwist um die Besetzung der Professorenstelle.

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