Ärzte Zeitung, 22.08.2014

Kommentar zum Seniorenbericht

Eine Infrastruktur für Alte

Von Robert Büssow

Älter werden ist Nichts für Feiglinge. Der Alltag ist gespickt mit Hürden, die für Senioren schnell unüberwindlich werden: zu kleine Schrift im Supermarkt, störrische Ticketautomaten und weit und breit keine öffentliche Toilette oder eine Bank zum Ausruhen. Das kostet Lebensqualität.

Die Thüringer Landesregierung hat für ihren ersten Seniorenbericht nachgefragt, was die Generation 60 plus besonders beschäftigt.

Das Ergebnis: Sie haben Angst vor Krankheit, davor, nicht mehr ohne Hilfe allein leben zu können und in ein Pflegeheim gehen zu müssen. Nicht zuletzt fühlen sich viele Senioren an den Rand der Gesellschaft gedrängt und mit ihren Ängsten allein gelassen.

Dabei müsste es nicht so sein. Denn es gibt viele Beratungsangebote, es gibt gute Pflegeheime und Seniorenbeiräte. Viele wissen das nur nicht. Deshalb braucht es mehr Aufklärungskampagnen.

Aber auch aktive Senioren, die sich einmischen. Und Investitionen in eine barrierefreie Infrastruktur. Das müssen nicht teure Rampen sein. Das sind auch Handläufe, längere Ampelphasen zum Überqueren der Straße oder eine hellere Straßenbeleuchtung.

Politiker und Unternehmer müssen ja nur eines im Hinterkopf haben: Auch sie werden älter und könnten darauf angewiesen sein.

Lesen Sie dazu auch:
Thüringen: Senioren wollen nicht ins Heim

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