Ärzte Zeitung, 19.11.2015

Medizinstudium

Charité lässt sich extern begutachten

BERLIN. Als erste Medizinfakultät hat sich die Charité Berlin nach eigenen Angaben einer externen Begutachtung ihres Qualitätsprozesses im Bereich Studium und Lehre unterzogen. Das Ergebnis ist eine sogenannte Systemakkreditierung bis zum Jahr 2021.

Die Prodekanin für Studium und Lehre der Charité, Professor Adelheid Kuhlmey, wertet diese Akkreditierung als Meilenstein. "Wir haben uns als erste Medizinische Fakultät an diesen Prozess gewagt und werden die positiven Auswirkungen in den nächsten Jahren deutlich spüren", ist Kuhlmey sich sicher.

Sie geht davon aus, dass die Systemakkreditierung dazu führt, dass Deutschlands größte medizinische Fakultät bei reduziertem Aufwand eine größere Präzision der Qualitätssicherungsmaßnahmen erreicht.

Die Systemakkreditierung ist ein Instrument der externen Qualitätssicherung, um die Qualität aller Studiengänge zu bewerten und die Einhaltung formaler Vorgaben zu prüfen.

Zu diesem Zweck haben in den vergangenen drei Jahren Studierende, Lehrende und wissenschaftliche Mitarbeitende der Charité als sogenannte Statusgruppen alle qualitätsrelevanten, Charité-spezifischen Prozesse und Rahmenbedingungen der Lehre gemeinsam weiterentwickelt.

Die Gutachter bescheinigten der Charité nun, dass sie ein umfassendes und klug strukturiertes System der Qualitätssicherung "Bottom-up" entwickelt habe.

Es richte sich bezogen auf einzelne Studiengänge aber auch übergreifend auf die spezifischen Bedarfe der Statusgruppen. Das System biete den Studiengängen neben den notwendigen und sinnvollen Standardisierungen ausreichend Freiraum für Innovation und Individualität.

"Die Kunst, die Balance zwischen der Notwendigkeit von Standards und ausreichenden Freiräumen zu halten, ist eine priorisierte Aufgabe der Charité für die kommenden Jahre", kündigte Kuhlmey an. (ami)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »

Stotter-Therapie im virtuellen Raum

Geschätzt über 800.000 Bundesbürger stottern. Viele von ihnen ziehen sich komplett zurück, weil sie Ablehnung fürchten. Ein Ausweg: Therapie-Methoden, bei denen man zunächst zu Hause sprechen übt – online. mehr »