Ärzte Zeitung, 17.10.2016

Pflege von Frühchen

DKG beantragt Änderung der GBA-Richtlinie

BERLIN. Die intensivmedizinische Versorgung von Frühchen kehrt als Beratungsthema auf die Tagesordnung des Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) zurück. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat bestätigt, einen dementsprechenden Antrag beim GBA eingereicht zu haben. Es gehe nicht darum, einmal festgezurrte Qualitätskriterien wieder abzuschwächen, sondern sie praktikabel zu machen, sagte ein Sprecher am Freitag der "Ärzte Zeitung".

Hintergrund sind die strengen Personalvorgaben, die der GBA im Juni 2013 in einer Richtlinie erlassen hat – übrigens mit der Stimme der DKG. Im Dezember läuft die Übergangsfrist aus. Ab Januar soll zwingend gelten, dass Frühchen, die intensiv betreut werden müssen, rund um die Uhr eine pädiatrische Intensivpflegekraft zur Seite gestellt bekommen sollen.

Die Richtlinie verwendet das Wort "jederzeit". Das sei rechtssicher für die 231 Perinatalzentren in Deutschland kaum zu erfüllen, sagte der DKG-Sprecher. Weiterbildungserfordernisse für das vorhandene Personal und das knappe Angebot an neuen neonatologischen Intensivpflegekräften würden dies erschweren. Deshalb solle der Begriff geändert werden. (af)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Deutsche ernähren sich schlecht

Tödliche Infarkte und Schlaganfälle durch schlechte Ernährung: Deutschland nimmt hier unter den Ländern mit westlichem Lebensstil einen traurigen Spitzenplatz ein. mehr »

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

„Opioide niemals als Add-on-Therapie!“

Für die Dauertherapie bei mittleren bis starken Schmerzen gibt es keine verträglicheren Analgetika als retardierte Opioide, betont Schmerzmediziner Norbert Schürmann. Daneben kritisiert der Schmerzexperte die Fixiertheit auf Morphin. mehr »