Ärzte Zeitung, 11.11.2016
 

Medizinstudium

"Kulturwandel" beim Dr. med.!

MAINZ. Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hat Eckpunkte formuliert, um die Qualität medizinischer Doktorarbeiten zu sichern. Dabei sollten aber die Besonderheiten der medizinischen Fächer berücksichtigt werden.

Die Dissertation solle, wie in anderen Fächern auch, nach dem Studium verfasst werden, empfiehlt die HRK. Allerdings müssten die Studierenden im Studium in wissenschaftliche Methoden und Arbeitstechniken eingeführt werden.

Weiterhin fordert die HRK, die Promotionsphase stärker zu strukturieren. Dafür seien eine intensivere Betreuung der Doktoranden und die Vermittlung fachübergreifender Kompetenzen nötig. HRK-Präsident Professor Horst Hippler forderte einen "Kulturwandel" ein.

Gleichzeitig müsse man die besonderen Umstände des Medizinstudiums mit langer Regelstudienzeit und anschließender Facharztausbildung berücksichtigen.

Der Medizinische Fakultätentag (MFT) begrüßte die Empfehlungen der HRK als "Bekenntnis zur wissenschaftlichen Fundierung des Dr. med." Als Folge seien künftig weniger Promotionen in der Medizin zu erwarten. Der MFT hatte im April eigene Vorschläge zur Qualitätssicherung von Promotionen in der Medizin vorgestellt.

Der Fakultätentag forderte, forschungsinteressierte Studierende sollten weiter die Möglichkeit haben, sich als forschende Ärzte sowohl in der Wissenschaft wie in der Klinik weiter zu qualifizieren. (fst)

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