Ärzte Zeitung online, 01.12.2016

Klinikqualität

Ohne Mut geht es nicht

Ein Kommentar von Ilse Schlingensiepen

Die politische gewollte stärkere Qualitätsorientierung im Krankenhausbereich erfordert von allen Beteiligten Mut. Das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen braucht neben großer fachlicher Expertise besonderen Mut, um die für die Bewertung der Klinikqualität notwendigen Indikatoren zur Messung der Versorgungsqualität nicht nur zu definieren, sondern sie auch gegen Widerstände zu verteidigen.

Die Gesundheitsministerien als Aufsichtsbehörden müssen den Mut haben, bei nachgewiesener unterdurchschnittlicher Qualität auch die Konsequenzen zu ziehen und die entsprechenden Abteilungen aus dem Krankenhausplan zu nehmen.

Und die Verantwortlichen in den Kliniken müssen sich eingestehen, dass sie sich aus bestimmten Bereichen zurückziehen müssen, wenn sie den qualitativen Anforderungen nicht genügen können. Das erfordert gerade dann Mut, wenn es um ökonomisch lukrative Leistungen geht.

Das Beispiel der personalintensiven Versorgung von Frühgeborenen zeigt, dass viele Kliniken lieber nach dem Motto verfahren: Wenn wir die Qualitätslatte reißen, dann muss man halt die Latte niedriger hängen. Das mag kurzfristig von Erfolg gekrönt sein, ist aber der falsche Weg. Die Patienten hätten mehr Mut verdient.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Neue Hoffnung auf wirksame Alzheimer-Therapie

Lässt sich der Krankheitsverlauf bei Alzheimer mittels Antikörper doch bremsen? Erstmals deutet sich ein solcher Erfolg in einer größeren Studie an. Das weckt Hoffnungen. mehr »

Was die Datenschutz-Folgenabschätzung ist

Praxen, Kliniken und MVZ, die in großem Stil Patientendaten verarbeiten, müssen laut DSGVO eine Datenschutz-Folgenabschätzung absolvieren. Medizinrechtler erläutern, wie das geht und was das überhaupt ist. mehr »

Tele-Hausarzt horcht aus der Ferne ab

Dr. Rafael Walocha betreut als Tele-Hausarzt Bewohner eines Pflegeheims per Video. Dabei kann er die Patienten sogar elektronisch auskultieren. Arzt und Patienten sind begeistert. mehr »