Ärzte Zeitung, 05.12.2016

Bayern

Kurorte rüsten sich für die Zukunft

Mit neuen Konzepten sollen Bayerns Kurorte und Heilbädern fit gemacht werden für künftige Herausforderungen.

BAD RODACH. Die medizinische Qualität in bayerischen Kurorten und Heilbädern soll weiter steigen. Ein entsprechendes Förderprogramm des bayerischen Gesundheitsministeriums wurde soeben bis Ende 2017 verlängert.

Darüber informierte Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml laut Pressemitteilung bei der Feier zum 40-jährigen Jubiläum der ThermeNatur in Bad Rodach.

In den vergangenen Jahren hat das Ministerium 41 Vorhaben mit insgesamt nahezu fünf Millionen Euro unterstützt. Der Doppelhaushalt 2015/16 sehe pro Jahr weitere 1,8 Millionen Euro vor.

Die Zuschüsse sollen die betreffenden Orte insbesondere darin voranbringen, ihre Angebote mit neuen Konzepten auf medizinische Zukunftsthemen auszurichten. Das seien unter anderem Burn-Out, Herz-Kreislauf-Krankheiten sowie allergische Erkrankungen.

Zudem sollen die Weiterbildung von Ärzten zu Kur- und Badeärzten sowie die Qualifizierung von kurmedizinischem Fachpersonal unterstützt werden. Schließlich dient die Förderung dem Aufbau einer adäquaten Gebäude- und Geräteinfrastruktur und dem Einsatz von "Kur-Lotsen" für Gäste.

Insgesamt sei die wesentliche Zielsetzung, wie Huml laut Mitteilung bekräftigte: "Wir wollen das eigenständige Gesundheitsprofil der Gemeinden durch moderne und neue Konzepte besonders im Bereich Früherkennung, Prävention und Rehabilitation schärfen."

Einen Beitrag dazu soll in Zukunft das Institut für Kur-ortmedizin leisten. Es befindet sich seit diesem Jahr am neuen Bayerischen "Haus für Gesundheitsmanagement" in Bad Kissingen, einer regional ausgelagerten Abteilung des LGL.

Die Einrichtung soll "konzeptionelle Wege finden, wie die Kurorte und Heilbäder ihre Angebote wettbewerbsfest definieren können." In Bayern sind die 47 Kurorte und Heilbäder ein erheblicher Wirtschaftsfaktor. Sie repräsentieren 16 Prozent des gesamten Angebots in Deutschland, ihr Umsatz beträgt jährlich 4,5 Milliarden Euro.

Dazu kommen zehn Gemeinden mit anerkannter Heilquelle oder Moorkurbetrieb. Etwa 100 000 Menschen in ländlichen Regionen arbeiten in der Branche. Insgesamt führt eine von fünf Gesundheitsreisen, die in Deutschland unternommen werden, nach Bayern. (cmb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Bundestag will zweite Runde für TSVG

Die erste Anhörungsrunde zum Termineservicegesetz verlief erwartungsgemäß kontrovers. Der Gesundheitsausschuss hat für den 13. Februar eine weitere Anhörung angesetzt. mehr »

Paul Ehrlich-Preis für Forschung zu Proteinfaltung

Für ihre Forschung zu Chaperonen erhalten Franz-Ulrich Hartl und Arthur L. Horwich den Paul Ehrlich-Preis 2019. Ihre Erkenntnisse könnten für neue Therapien bei neurodegenerativen Erkrankungen eingesetzt werden. mehr »

Ärzte sehr enttäuscht über Brexit-Votum

Das britische Parlament hat das von Premierministerin May ausgehandelte Brexit-Abkommen mit der EU abgeschmettert. Ärzte und Pharmabranche zeigen sich enttäuscht – und fordern endlich Klarheit. mehr »