Ärzte Zeitung, 11.01.2017
 

Sachsen-Anhalt

LÄK steht Krebsregister vor

Ende des jahrelangen Ringens: Das Krebsregister Sachsen-Anhalt wird der Ärztekammer unterstehen.

MAGDEBURG. Träger des Krebsregisters Sachsen-Anhalt soll die Landesärztekammer sein. Das sieht ein Gesetzentwurf der Landesregierung vor. Nach jahrelangem Tauziehen steht damit fest, dass die drei bestehenden Krebsregister Sachsen-Anhalts unter Hoheit der Ärztekammer zusammengefasst werden.

Für den Betrieb wird eine gemeinnützige GmbH gegründet. Die Erfassung der personenbezogenen Daten soll in den regionalen Registerstellen des klinischen Krebsregisters erfolgen.

Zentrale Aufgaben und die Steuerung des gesamten Registers werden durch die Koordinierungsstelle wahrgenommen. Zur Beratung und Begleitung wird dem klinischen Krebsregister ein Beirat zur Seite gestellt.

Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) verspricht sich vom zentralen Krebsregister vor allem eine bessere "Qualität der onkologischen Versorgung".

Vorteile für die Therapie könnten sich vor allem durch eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit ergeben, die mit Bereitstellung der Daten über den gesamten Behandlungsverlauf forciert werde.

Krankenkassen tragen Großteil der Kosten

Finanziert werden die Krebsregister bundesweit nach einheitlichen Festlegungen. 90 Prozent der laufenden Kosten werden von Krankenkassen getragen, zehn Prozent vom Land.

Laut dem gemeinsamen Krebsregister der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen erkranken in Sachsen-Anhalt 41 Prozent aller Männer und 33 Prozent aller Frauen in Laufe ihres Lebens an Krebs.

Drei Viertel aller auftretenden Krebsfälle betreffen Menschen, die 60 Jahre und älter sind. Die Krebsrate unter Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 30 Jahren liegt bei etwa einem Prozent.

Jährlich werden im Bundesland 7590 Neuerkrankungen bei Männern und 6140 Frauen (ohne weißen Hautkrebs) registriert. Rund 8000 Menschen sterben daran – wobei bessere Diagnose- und Therapiemöglichkeiten zu immer längeren Überlebenszeiten führen.

Inzwischen überleben etwa 59 Prozent der männlichen und 64 Prozent der weiblichen Krebspatienten ihre Erkrankung mindestens fünf Jahre. Ende der 1980er Jahre waren es nur 27 und 41 Prozent. Damit steigt die Zahl der Menschen mit Tumorerkrankungen.

Im Jahr 2013 waren es etwa 66.000 Männer und Frauen (drei beziehungsweise 2,8 Prozent), bei denen in den vergangenen zehn Jahren Krebs diagnostiziert wurde.

Ungefähr die Hälfte aller Krebsdiagnosen entfällt auf die jeweils drei häufigsten Tumorarten: Bei Männern Prostata-, Lungen- und Darmkrebs, Frauen erkranken zumeist an Tumoren der Brustdrüse, des Darms oder der Lunge. (zie)

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