Ärzte Zeitung online, 19.01.2017
 

Mecklenburg-Vorpommern

Krebsregister mit deutlich mehr Krebsfällen

Im Nordosten sind die Krebsfälle in den vergangenen zehn Jahren gestiegen – die Überlebensrate auch.

SCHWERIN. Innerhalb von zehn Jahren hat die Zahl der Krebsneuerkrankungen in Mecklenburg-Vorpommern deutlich zugenommen – bei Männern um 19 und bei Frauen um 17 Prozent. Diese Zahlen nennt der Landesbericht des Gemeinsamen Krebsregisters der ostdeutschen Bundesländer und Berlin (GKR), der kürzlich für die Jahre 2012/2013 vorgelegt wurde. Der Bericht führt den Anstieg auf den wachsenden Anteil älterer Menschen im Nordosten zurück.

Nach Angaben des Schweriner Gesundheitsministeriums erkrankten im Berichtszeitraum jährlich insgesamt 6100 Männer und 4450 Frauen an Krebs. Die Hälfte der Diagnosen entfiel auf die jeweils drei häufigsten Krebserkrankungen. Bei Männern waren dies Prostatakrebs (20 Prozent), Lungen- (14 Prozent) und Darmkrebs (zwölf Prozent). Bei Frauen wurden am häufigsten Brust- (28 Prozent), Darm- (elf Prozent) und Lungenkrebs (sieben Prozent) diagnostiziert.

Die Überlebenschance nach einer Krebsdiagnose ist im Vergleich zu früher deutlich angestiegen. Mindestens fünf Jahre überlebten 58 Prozent der Männer und 62 Prozent der Frauen nach der Diagnose. Ende der 80er Jahre lagen diese Anteile laut Gesundheitsministerium noch bei 26 beziehungsweise 40 Prozent. 2013 lebten insgesamt 27.700 Männer und 24.300 Frauen in Mecklenburg-Vorpommern, bei denen innerhalb der vorangegangenen zehn Jahre Krebs diagnostiziert wurde. Damit waren 3,5 Prozent aller Männer und drei Prozent aller Frauen betroffen. In der Altersgruppe über 70 liegt dieser Anteil bei den Männern bei 14, bei den Frauen bei sieben Prozent.

Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) lobte in Zusammenhang mit dem Bericht das GKR als "wertvolle Datensammlung, um Informationen über Ursachen und Entwicklung der verschiedenen Krebsarten zu gewinnen." Es könnten die Effekte der Früherkennung gemessen und regionale Trendentwicklungen verfolgt werden, um die Ursachenforschung zielgerichteter voranzutreiben, so Glawe. Neben der ärztlichen Betreuung hob er auch das Selbsthilfenetzwerk als wertvolle Unterstützung für die Betroffenen hervor. (di)

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