Ärzte Zeitung, 20.01.2017

Todesursachenstatistik

Jede zweite Frau wird über 85 Jahre alt

WIESBADEN. Knapp die Hälfte aller Frauen, die 2015 in Deutschland starben, waren über 85 Jahre alt. Nur ein Viertel der verstorbenen Männer wurde so alt. Das geht aus der Todesursachenstatistik hervor, die am Donnerstag in Wiesbaden veröffentlicht wurde.

Insgesamt ist die Zahl der Todesfälle gegenüber dem Vorjahr um 6,5 Prozent gestiegen: 2015 starben 925.200 Menschen.

Meiste sterben an Herz-/Kreislauferkrankung

Die häufigste Todesursache im Jahr 2015 war – wie schon in den Vorjahren – eine Herz-/Kreislauferkrankung. 39 Prozent aller Sterbefälle waren darauf zurückzuführen, also 356.625 Todesfälle.

"Vor allem bei älteren Menschen führten diese Erkrankungen zum Tod", berichtete Destatis-Mitarbeiterin Silvia Schelo. 92 Prozent dieser Verstorbenen waren demnach 65 Jahre und älter.

Ein Beispiel aus dieser Gruppe ist der Herzinfarkt. Daran starben 2015 rund 51.000 Menschen, 57 Prozent davon waren Männer.

Zweithäufigste Todesursache in Deutschland waren die Krebserkrankungen. Beinahe ein Viertel aller Verstorbenen erlag im Jahr 2015 einem Krebsleiden, das waren 226.337 Menschen. Auch hier sind Männer in der Überzahl. 122.916 männlichen Krebsopfern stehen 103.421 Frauen gegenüber, die 2015 an Krebs starben.

Bei Männern waren bösartige Neubildungen der Verdauungsorgane — zum Beispiel in Bauchspeicheldrüse, Darm oder Magen – und bösartige Neubildungen der Atmungsorgane – Lungen und Bronchien– die am häufigsten diagnostizierten Krebsarten.

Bei Frauen war die häufigste Einzeldiagnose bei den Tumoren der Brustkrebs. In der Summe waren aber auch bei Frauen die bösartigen Neubildungen der Verdauungsorgane die größte Gruppe.

Vier Prozent aller Todesfälle waren auf eine nicht natürliche Todesursache zurückzuführen, zum Beispiel eine Verletzung oder Vergiftung. In knapp 13.000 Fällen war ein Sturz die Ursache für den Tod. Durch Suizid beendeten 10.080 Menschen ihr Leben. Dabei ist der Anteil der Männer fast dreimal so hoch wie der der Frauen. (dpa)

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