Ärzte Zeitung online, 21.03.2017
 

Therapeuten warnen

Gespräche nicht gut geschützt

BERLIN. Die Psychotherapeuten haben die Bundesregierung aufgefordert, ihre Gespräche mit Patienten bei der Reform des Bundeskriminalamtsgesetzes (BKA-Gesetz) besser zu schützen. "Der Gesetzentwurf hat noch gravierende Lücken", stellt der Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer, Dietrich Munz, am Montag in Berlin anlässlich der Beratung des Gesetzes im Innenausschuss des Bundestages fest. "Die Gespräche mit Psychotherapeuten gehören zum Kernbereich privater Lebensführung, der absolut zu schützen ist und bei dem staatliche Überwachung unzulässig ist."

Anders als Gespräche von Geistlichen, Strafverteidigern, Abgeordneten, Rechtsanwälten und Kammerrechtsbeiständen seien die anderer Berufsgeheimnisträger wie Psychotherapeuten nicht ausreichend geschützt. Damit werde die Offenheit des Therapie-Gesprächs gefährdet, erläuterte die Kammer. Alle Patienten müssten die Möglichkeit haben, sich jederzeit an einen Psychotherapeuten wenden zu können. "Dies gilt insbesondere auch für psychisch kranke, potenzielle Gewalttäter, auf die noch therapeutisch Einfluss genommen werden könnte", hieß es in einer Stellungnahme.

Das BKA-Gesetz soll bereits am Donnerstag im Bundestag verabschiedet werden. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Wie Grippeviren ihr Erbgut steuern

Forscher haben nachgewiesen, wie Gene von Influenza-A-Viren an- und abgeschaltet werden. Die Erkenntnisse sollen die Entwicklung neuer Therapien vorantreiben. mehr »

6000 Euro Strafe für Informationen über Abtreibung

Wegen unerlaubter Werbung für Schwangerschaftsabbrüche hat das Amtsgericht Gießen am Freitag eine ortsansässige Allgemeinärztin zu 6000 Euro Geldstrafe verurteilt. mehr »

Mehr Transparenz soll die Wogen der SPRINT-Studie glätten

Der Streit um die SPRINT-Studie hält an. Im Fokus steht die genutzte Methode der Praxisblutdruckmessung, um die sich Gerüchte rankten. Jetzt hat die SPRINT-Gruppe für mehr Transparenz gesorgt. mehr »