Ärzte Zeitung online, 07.04.2017
 

Bundestagswahl

FDP will die PKV für alle Bürger öffnen

BERLIN. Die FDP wirbt dafür, dass jeder Bürger unabhängig von seinem Einkommen Versicherungsschutz in der GKV oder bei einem PKV-Unternehmen erhalten kann. Jeder solle das für "seine Lebensform am besten geeignete Modell wählen" können, heißt es im Programmentwurf der FDP für die Bundestagswahl.

Neben einer "starken" PKV solle es eine "freiheitliche" GKV geben. Beiden Systemen wird "Reformbedarf" attestiert. Die PKV müsse im Fall einer Öffnung des Marktes verpflichtet werden, "jeden Antragsteller im Basistarif zu versichern". Um einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen, solle der Gesundheitsfonds "rasch und gründlich" auf seinen Verteilungsmechanismus hin überprüft werden. Der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich müsse manipulationssicher werden. Proklamiert wird ein "transparenter Wettbewerb" beider Versicherungssäulen. Ob sich der Morbi-RSA nur auf die GKV oder auf beide Systeme erstrecken soll, wird nicht ausgeführt.

Bei der GKV glaubt die FDP an die Vorteile eines "effizienz- und innovationssteigernden Wettbewerbs". Die Spielräume für Verträge zwischen Leistungserbringern und Kassen müssten erweitert werden. Wird eine höhere Versorgungsqualität in Integrations- oder Selektivverträgen vereinbart, könne auf den Nachweis der Wirtschaftlichkeit verzichtet werden.

Die FDP votiert für die Abschaffung der Budgetierung im Gesundheitswesen, spart aber mit Hinweisen, wie und von wem zu erwartende Mehrkosten finanziert werden sollten. Versicherten wird die freie Wahl zwischen verschiedenen Tarifen und Selbstbeteiligungen versprochen. Informationsangebote sollen dafür sorgen, dass Menschen zum "besseren Selbstmanagement" befähigt werden. Der Programmentwurf soll Ende April vom FDP-Bundesparteitag beschlossen werden. (fst)

[10.04.2017, 12:59:53]
Siegfried Hauswirth 
Zu teuer !
Die zu erwartenden Beiträge kann sich doch schon jetzt niemand leisten ! Es wäre zu befürchten, dass die Versicherungen zuerst junge Menschen mit tollen Angeboten in die Versicherung locken und im Alter die die Preise angeben, so dass die Rentner zahlungsunfähig werden und die Sozialkassen die Kosten übernehmen müssen. Die FDP such wohl nach neuen Einnahmequellen für die Versicherungsbranche ! zum Beitrag »
[07.04.2017, 14:37:52]
Peter Friemelt 
Superidee in den Basistarif für gut 600 Euro im Monat
so ist zumindest aktuell der Betrag, den alle nicht-Sozialhilfeleistungen Empfangende zahlen dürfen. Die mit mehr als gut 400 Euro (plus Miete) Einkommen werden sich also auf dieses Sonder-Angebot Basistarif stürzen und die PKV freut sich darauf.

Mit freundlichen Grüßen
Peter Friemelt zum Beitrag »
[07.04.2017, 13:15:45]
Peter Friemelt 
Superidee in den Basistarif für gut 600 Euro im Monat
so ist zumindest aktuell der Betrag, den alle nicht-Sozialhilfeleistungen Empfangende zahlen dürfen. Die mit mehr als gut 400 Euro (plus Miete) Einkommen werden sich also auf dieses Sonder-Angebot Basistarif stürzen und die PKV freut sich darauf.

Mit freundlichen Grüßen
Peter Friemelt zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Wie Grippeviren ihr Erbgut steuern

Forscher haben nachgewiesen, wie Gene von Influenza-A-Viren an- und abgeschaltet werden. Die Erkenntnisse sollen die Entwicklung neuer Therapien vorantreiben. mehr »

6000 Euro Strafe für Informationen über Abtreibung

Wegen unerlaubter Werbung für Schwangerschaftsabbrüche hat das Amtsgericht Gießen am Freitag eine ortsansässige Allgemeinärztin zu 6000 Euro Geldstrafe verurteilt. mehr »

Mehr Transparenz soll die Wogen der SPRINT-Studie glätten

Der Streit um die SPRINT-Studie hält an. Im Fokus steht die genutzte Methode der Praxisblutdruckmessung, um die sich Gerüchte rankten. Jetzt hat die SPRINT-Gruppe für mehr Transparenz gesorgt. mehr »