Ihre Meinung ist gefragt: Machen Sie bei unserer Online-Umfrage mit!

Ärzte Zeitung online, 18.05.2017

Niedersachsen

Weniger Tierversuche angestrebt

Das Land Niedersachsen will Alternativen zu Tierversuchen finden – und Ersatzmethoden erarbeiten.

HANNOVER. Niedersachsen will die Tierversuche im Land reduzieren und nur noch dann einsetzen, wenn es keine anderen Möglichkeiten mehr gibt. Das teilt das Ministerium für Wissenschaft und Kultur des Landes mit. Dazu hat es den Forschungsverbund "R2N - Replace und Reduce aus Niedersachsen - Ersatz und Ergänzungsmethoden für eine zukunftsweisende biomedizinische Forschung" auf den Weg gebracht und fördert ihn mit 4,5 Millionen Euro.

Der Verbund wird von der Medizinischen Hochschule Hannover, der Tierärztlichen Hochschule Hannover, der Uni-Medizin Göttingen und der Leibniz Uni Hannover getragen. Weitere Beteiligte sind das TWINCORE-Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung, das Fraunhofer-Institut für Toxikologie und experimentelle Medizin und das Deutsche Primatenzentrum.

Ziel ist die Erforschung und Entwicklung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden für Tierversuche, etwa durch Untersuchungen an Organen ex vivo und durch Forschung an Zellkulturen. "Dabei werden auch ethische Fragestellungen bearbeitet", hieß es. "Damit geben wir der gesellschaftlichen Verantwortung der Wissenschaft und ethischen Fragen mehr Gewicht", sagt Gabriele Heinen-Kljajic, niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur.

Nach Angaben des Ministeriums wurden in Niedersachsen im Jahr 2015 an 26 Tierarten wissenschaftliche Versuche vorgenommen. Insgesamt waren fast 339.000 Tiere betroffen, darunter rund 291.000 Mäuse, rund 2400 Schweine, knapp 11.000 Hühner aber auch 574 Affen, 490 Pferde, rund 1400 Hunde oder 742 Rinder.

Das Tierschutzgesetz gibt schon jetzt vor, Tierversuche auf das unerlässliche Maß zu reduzieren. "Daher werden durch die Förderung von Ersatzmethoden Tierversuche für den jeweiligen Forschungszweck nicht mehr genehmigungsfähig sein, sobald Alternativen zur Verfügung stehen", so das Ministerium auf Anfrage. "Die Herausforderung liegt im Vollzug, also in der Genehmigungspraxis."(cben)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Parodontitis als Risikofaktor für Krebs?

Ist eine Zahnbettentzündung ein Risikofaktor für bestimmte Krebsarten? Innerhalb einer großen Gruppe Frauen in der Menopause haben Forscher deutliche Zusammenhänge gefunden. mehr »

Zwischen Trauer und Krankenversorgung

19:10Spanien steht unter Terror-Schock: Nach den Attacken in Barcelona und im Badeort Cambrils wurden die Verletzten in 15 Krankenhäusern in Barcelona und Tarragona behandelt. Die „Ärzte Zeitung“ berichtet fortlaufend über die Situation vor Ort. mehr »

3-D-Druck ersetzt Gips-Zahnabdrücke

Die 3-D-Technologie hat längst Einzug in die Medizin gehalten. In München gibt es eine volldigitale Kieferorthopädie-Praxis. Vom Scan bis zum 3-D-Druck des Zahnmodells läuft alles digital. mehr »