Ärzte Zeitung online, 02.06.2017

Flüchtlinge

Psychologische Versorgung soll besser werden

In Brandenburg soll ein neues Konzept dafür sorgen, dass Geflüchtete besser psychologisch betreut werden.

POTSDAM. Ein neues Konzept zur gesundheitlichen Versorgung von Flüchtlingen soll die Landesregierung in Brandenburg erarbeiten. Ein entsprechender Antrag wurde im Landtag angenommen.

Im vierten Quartal 2017 soll die Regierung das neue Konzept mit konkreten Maßnahmen und Handlungsempfehlungen vorlegen. Aufgrund der rückläufigen Flüchtlingszahlen fordern SPD, Linke und Grüne, die Handlungsempfehlungen nicht weiterzuführen, sondern stattdessen zu überarbeiten. Ein Fortschreiben würde den "inzwischen gewonnenen Erfahrungen und den aktuellen Bedarfen (...) nicht genügen", begründen die Abgeordneten ihren gemeinsamen Antrag.

Ein besonderes Augenmerk soll das neue Konzept auf die Behandlung von Flüchtlingen mit psychischen Störungen und Traumatisierungen richten. Außerdem sollen interkulturelle Kompetenzen sowohl im niedergelassenen Bereich als auch in den Kliniken vermittelt werden.

Auf Bedarf fokussieren

Weiterhin seien der spezifische Bedarf von Kindern und Jugendlichen genau zu benennen und zu berücksichtigen. Außerdem sollen Dolmetscherleistungen und Sprachmittler bereitgestellt werden, fordern die Fraktionen.

Im Fokus stehen auch Fortbildungsangebote für Sozialarbeiter, mit denen ein "angemessener Umgang" mit psychisch Erkrankten erreicht werden soll. Derzeit gibt es in Brandenburg unter anderem eine Hotline, über die sich ehren- und hauptamtliche Helfer Beratung zur psychosozialen Unterstützung von Geflüchteten holen können. Rund neun Anrufe pro Tag laufen dort zu den Sprechstundenzeiten ein.

Noch bis Juli soll die Hotline freigeschaltet sein. "Wir gehen aber davon aus, dass sie bis Ende des Jahres weiterläuft", sagt Margarete Misselwitz vom Verein "Komm Mit", der Träger der Hotline ist. Die Telefonsprechstunde ist Teil eines Projektes der "Kooperation für Flüchtlinge in Brandenburg" und wird vom Sozialministerium gefördert.(juk)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hepatitisviren lauern auf Fingernägeln und Nagelscheren

HBV-Infizierte sollten ihre Nagelscheren nicht mit anderen teilen – offenbar besteht ein Infektionsrisiko. Auch bei Zahnbürsten und Rasierapparaten gilt Vorsicht. mehr »

Infarktgefahr durch schnellen Anstieg von Stickoxiden

Hohe Stickoxidkonzentrationen in der Umgebungsluft können unter anderem das Herzinfarktrisiko erhöhen. Aber auch ein schneller NO-Anstieg scheint gefährlich zu sein. mehr »

Viele Typ-1-Diabetiker erkranken erst im Alter über 30

Typ-1-Diabetes manifestiert sich offenbar öfter im mittleren Alter als bisher gedacht. Dafür spricht eine Analyse von Risikogenen bei britischen Patienten. mehr »