Ärzte Zeitung online, 21.11.2017
 

Mitarbeiterbimdung

Die Kür für Kliniken

Der Fachkräftemangel treibt Klinikmanager um. Neben der Gewinnung von Personal steht daher die Bindung der Mitarbeiter durch Weiterqualifizierung im Fokus.

WARNEMÜNDE. Die Personalsituation in Krankenhäusern stand im Mittelpunkt einer Klausurtagung des 6 K-Klinikverbundes. Die sechs schleswig-holsteinischen Krankenhäuser in öffentlicher Trägerschaft sehen außer der Gewinnung neuer Angestellter vor allem die Bindung und Weiterqualifizierung des vorhandenen Mitarbeiterstamms als Mittel gegen den Personalmangel. "Wir müssen dem Fachkräftemangel begegnen. Das zeitnahe Nachbesetzen von vakanten Stellen wird zunehmend zur Herausforderung und oft bleiben Posten unfreiwillig unbesetzt", sagte Sabine Holtorf, Vize-Vorstandsvorsitzende des Verbundes und Pflegedirektorin der Westküstenkliniken Heide und Brunsbüttel bei der Klausurtagung im Ostseebad Warnemünde in Mecklenburg-Vorpommern.

Um die Bindung des vorhandenen Personals zu stärken, nannte sie hohe Mitarbeiterzufriedenheit, Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen als wichtigste Mittel. Um die Mitarbeiterzufriedenheit zu erhöhen, seien die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten, neue Konzepte zur Arbeitsorganisation und zur Gestaltung der Arbeitszeit zu entwerfen.

6 K-Vorstandschef Dr. Roland Ventzke aus dem Städtischen Krankenhaus Kiel sieht bei den Beschäftigten einen Zusammenhang zwischen einem hohen Anspruch an die Qualität der eigenen Arbeit und an ihre Arbeitsbedingungen. Vor allem Ärzten und Pflegekräften bescheinigte der Verwaltungschef diesen Anspruch. Klinikarbeitgeber, die gute Ergebnisse von ihren Mitarbeitern erwarten, sollten diesen also auch gute Arbeitsbedingungen bieten.

Der Ärztliche Direktor des Klinikums Itzehoe, Dr. Michael Kappus, zählt die Personalsituation in den Krankenhäusern außer der Digitalisierung und der Integration neuer Therapiemöglichkeiten zu den größten Herausforderungen der kommenden Jahre. Den Herausforderungen muss nach seiner Ansicht mit einer stärkeren Vernetzung begegnet werden – seinem Verbund bescheinigte der Arzt, hierzu "Szenarien und Lösungen" anzubieten.

Zum 6 K-Verbund zählen neben dem Klinikum Itzehoe, dem Städtischen Krankenhaus Kiel, den Westküstenkliniken Heide und Brunsbüttel auch die imland Kliniken Rendsburg und Eckernförde, das Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster sowie das Klinikum Bad Bramstedt. Zusammen beschäftigen sie fast 12.000 Mitarbeiter und erzielen einen Umsatz von rund 778 Millionen Euro. (di)

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