Ärzte Zeitung online, 05.01.2018

Bundeswehr

Rechnungshof rügt Laxheit bei Physiotherapie

Ein bis zwei Physio-Patienten pro Tag in Bundeswehrpraxen. Das ist dem Rechnungshof zu wenig.

BERLIN. Die Prüfer des Bundesrechnungshofs bemängeln Schludrigkeiten bei der physiotherapeutischen Versorgung von Soldaten. Das geht aus den Bemerkungen zur Haushalts- und Wirtschaftsführung des Bundes für 2017 hervor.

Die Rechnungsprüfer sitzen dem Verteidigungsministerium seit Jahren bei diesem Thema im Nacken. 2013 monierten sie eine "ausufernde Verschreibungspraxis". Anders als in der zivilen Versorgung gebe es bei der Bundeswehr kaum Vorgaben für Verschreibungen. Zwischen 2002 und 2012 hätten sich die Pro-Kopf-Ausgaben für Physiotherapie mehr als verdoppelt. Parallel sind die Ausgaben für die Behandlung von Soldaten bei zivilen Physiotherapeuten auf zuletzt fast 26 Millionen Euro gestiegen. 2016 hakte der Rechnungshof erneut nach.

Inzwischen sind die Bundeswehr-eigenen physiotherapeutischen Einrichtungen von 28 auf 15 reduziert worden. In einer Stichprobe ermittelten die Prüfer, dass dort teilweise nur ein bis zwei Patienten am Tag behandelt werden. Zudem habe die Bundeswehr mehr als drei Jahre benötigt, um einen neuen Rezeptvordruck einzuführen. Das Verteidigungsministerium erklärte, man habe eine "Verordnungshilfe" für Ärzte entwickelt und zudem die "Dienst- und Fachaufsicht" mit dem Ziel gestärkt, die "Verordnungskompetenz" der Bundeswehr-Ärzte zu erhöhen.

Klartext sprechen die Prüfer auch bei der Steuerbegünstigung für Diesel: Hier gebe es aus gesundheitspolitischen und steuersystematischen Gründen "Handlungsbedarf". (fst)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

jameda muss Arztprofil löschen - Das ist die Urteilsbegründung

Urteil des Bundesgerichtshofs zum Arzt-Bewertungsportal jameda: Am Dienstag entschieden die Karsruher Richter zugunsten einer klagenden Ärztin. Ihr Profil muss gelöscht werden - die Richter schränken ihr Urteil allerdings ein. mehr »

Wann Bergsteigen fürs Herz schädlich ist – und wann nicht

Forscher haben Studien zu herzkranken Bergsteigern ausgewertet und geben Tipps, was Ärzte bei welcher Krankheit beachten müssen. mehr »

Deutlich mehr Masernfälle in Europa

In der Europäischen Region der WHO gab es 2017 eine Zunahme der Masernfälle um 400 Prozent gegenüber dem Vorjahr. mehr »