Ärzte Zeitung online, 11.01.2018

Baden-Württemberg

Mehr Pendler sind gestresst vom Arbeitsweg

Forsa hat Erwerbstätige nach ihrem Arbeitsweg gefragt. 40 Prozent der Pendler fühlen sich belastet.

STUTTGART. Die Fahrt zum Arbeitsplatz empfinden rund 40 Prozent der Erwerbstätigen in Baden-Württemberg als Belastung.

Nach einer repräsentativen Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der AOK Baden-Württemberg sind Verkehrsstaus für 63 Prozent derer, die sich als Pendler belastet fühlen, der Hauptgrund für Stress. 29 Prozent dieser Gruppe nervt der Zeitaufwand für den Arbeitsweg, jeweils rund zehn Prozent ärgern sich über Verspätung oder Ausfall von Bussen und Bahnen oder deren Überfüllung. Nach Angaben des Statistischen Landesamts pendeln täglich 3,2 Millionen Menschen im Südwesten zur Arbeit.

Im Vergleich zu einer gleichlautenden ersten Befragung im Jahr 2015 ist der Anteil der Pendler, die sich subjektiv stark belastet fühlen, um fünf Punkte auf 17 Prozent gestiegen. 23 Prozent der Befragten berichten von einer "eher schwachen" Belastung (2015: 24 Prozent), 58 Prozent spüren "keine Belastung" oder aber sie haben keinen Arbeitsweg (64 Prozent).

Die Belastung der Pendler korreliert erwartungsgemäß mit der Dauer des Arbeitswegs. Von den Befragten, die bis maximal 30 Minuten unterwegs sind, berichten 27 Prozent von einer starken (sechs Prozent) oder schwachen (21 Prozent) Belastung. Wer länger als eine halbe Stunde unterwegs ist, sieht sich stark (42 Prozent) oder schwach (30 Prozent) belastet. Jeder zehnte Befragte ist eine Stunde oder länger zur Arbeit unterwegs. Doch fast zwei Drittel benötigen nur bis zu einer halben Stunde.

Baden-Württemberg bestätigt seinen Ruf als Autoland: 67 Prozent der Befragten nutzen für das Pendeln den Pkw, zehn Prozent Bus oder Bahn. Jeweils acht Prozent fahren Rad oder gehen zu Fuß.

Erlösung für die gestressten Pendler bietet am ehesten die Arbeit von zu Hause aus (27 Prozent). 18 Prozent werten die Gründung einer Fahrgemeinschaft als Option. Doch 48 Prozent der Befragten sehen keine Alternative – als tags darauf wieder im Stau zu stehen.

Forsa hat im Oktober und November 2017 insgesamt 505 Erwerbstätige über 18 Jahre telefonisch befragt. Die statistische Fehlertoleranz der Ergebnisse gibt das Institut mit plus/minus vier Prozentpunkten an.(fst)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alzheimer-Anzeichen schon 25 Jahre vor Ausbruch

Die Alzheimer-Demenz kündigt sich in einigen Formen offenbar lange vor Krankheitsbeginn an. Das bringt Zeit, um die Erkrankung zu verhindern - womöglich sogar zwei Jahrzehnte. mehr »

Placebo ist nicht gleich Placebo

Ein Scheinmedikament zu verordnen, gilt manchen Ärzten als anrüchig - andere halten es für legitim. Bei vielen hängt es davon ab, woraus das spezielle Placebo besteht. mehr »

Wie Ärzte Hausbesuche richtig delegieren

Das EBM-Kapitel 38 macht den NäPA-Hausbesuch auch für Fachärzte interessant. Was abgerechnet werden darf, hängt nämlich entscheidend von der Qualifikation der Praxismitarbeiterin ab. mehr »