Ärzte Zeitung online, 06.02.2018

Indien

 Falscher Arzt infiziert Menschen mit HIV

UNNAO. Ein nicht ausgebildeter Arzt hat im Norden Indiens mindestens 33 Menschen mit HIV infiziert, weil er Spritzen mehrfach benutzte. Die Polizei suche nach dem Mann, sagte der oberste Gesundheitsbeamte des Distrikts Unnao am Dienstag. Er sei geflohen, nachdem er angezeigt worden sei.

Das Gesundheitsministerium des Bundesstaats Uttar Pradesh hatte zuvor eine ungewöhnliche Häufung von HIV-Fällen in der Region festgestellt. Der vermeintliche Mediziner habe Bewohner der Stadt Unnao bei Alltagskrankheiten behandelt, sagte der Beamte.

"Wir vermuten, dass die meisten, wenn nicht alle der Fälle (von HIV) darauf zurückgehen, dass infizierte Spritzen und Nadeln immer wieder benutzt wurden." Von 566 untersuchten Patienten seien 33 positiv auf das Virus getestet worden.

Die Gesundheitsversorgung in Indien ist mangelhaft, da für die stark wachsende Bevölkerung vielerorts Ärzte und Krankenhäuser fehlen. Millionen armer Inder sind auf Amateur-Ärzte angewiesen, die sie billig behandeln. Die Medizinische Gesellschaft des Landes schätzt, dass eine Million falscher Ärzte in Indien praktizieren ohne Lizenz und Ausbildung. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Als Ärzte zu Mördern wurden

Vor 78 Jahren haben Ärzte auf der Schwäbischen Alb in Grafeneck erstmals Patienten mit Gas ermordet. Nachdem 10.654 Menschen tot waren, setzte das Schweigen ein. Jetzt hat die Ärztekammer an das dunkle Kapitel erinnert. mehr »

Praxen und Kliniken melden "Land unter"

Die heftige Grippewelle bringt Arztpraxen und Krankenhäuser an die Kapazitätsgrenzen. Manche Praxen müssen selbst wegen vieler erkrankter Mitarbeiter schließen, Kliniken nehmen teilweise keine Patienten mehr an. mehr »

Niedriggradiges Prostata-Ca - überwachen oder intervenieren?

Ist es beim niedriggradigen Prostata-Ca gerechtfertigt, nicht sofort zu operieren, sondern die Patienten aktiv zu überwachen? Auch beim Deutschen Krebskongress kochten bei dieser Frage die Emotionen hoch. mehr »