Ärzte Zeitung online, 01.06.2018

Bayern

Notfall-Service für Gehörlose stellt Betrieb ein

MÜNCHEN. Ein in dieser Form einzigartige Hilfe für gehörbehinderte Menschen muss in Bayern Ende Mai eingestellt werden. Im April 2013 startete der Berufsfachverband der Gebärdensprachdolmetscher Bayern (BGSD) ein Bereitschaftsdienst für Notfälle.

Was sollen gehörbehinderte Menschen im Notfall tun, wenn ein Gebärdendolmetscher nicht greifbar ist? Ärzte oder Polizisten können sich mit diesen Patienten nicht verständigen, obwohl möglicherweise lebensrettende Maßnahmen getroffen werden müssen.

Seit Einführung vor fünf Jahren haben Dolmetscher an 365 Tagen im Jahr den Service ehrenamtlich gestemmt. In insgesamt 94 Notfalleinsätzen sei eine schnelle Versorgung mit Dolmetschern gewährleistet worden, heißt es. Der BGSD Bayern hat versucht, gemeinsam mit dem Landesverband Bayern der Gehörlosen aus dem ehrenamtlichen Service ein Modellprojekt zu entwickeln.

 Bislang konnte dafür aber keine Finanzierung gefunden werden. Daher hätten hörbehinderte Menschen ab Juni – vor allem in der Nacht, am Wochenende und an Feiertagen, wenn die Vermittlungsstellen geschlossen haben – keine Möglichkeit mehr, kurzfristig einen Dolmetscher zu erreichen. (fst)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So teilt sich die Arbeitszeit von Ärzten auf

Wie viel Zeit bringen Ärzte für GKV-Patienten auf, wie viel für Bürokratie? Wie sind die Unterschiede in Stadt- und Landpraxen und den Fachbereichen? Wir geben Antworten. mehr »

Sepsis – "häufigste vermeidbare Todesursache im Land"

Alle sechs bis sieben Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch an einer Sepsis. Viele dieser Todesfälle wären vermeidbar. Ärzte, Patientenschützer und Politiker fordern jetzt: Die Blutvergiftung muss als Notfall akzeptiert werden. mehr »

"Hacker kommen wie durch eine offene Tür in Arzt-Systeme"

Nehmen niedergelassene Ärzte Gefahren durch Cyber-Angriffe ernst genug? Sie selbst glauben das mehrheitlich. Ein Sicherheitsexperte gießt Wasser in den Wein. mehr »