Ärzte Zeitung, 11.09.2008

Zeitplan für Kosten-Nutzen-Methodik unklar

IQWiG will sich nicht festlegen, wann neue Versionen der Bewertungsmethodik veröffentlicht werden

NEU-ISENBURG (fst). Wann die Kosten-Nutzen-Bewertung (KNB) von Arzneimitteln starten kann, ist zurzeit unklar. Grund: Die Vorlage eines überarbeiteten Entwurfs durch das IQWiG verzögert sich offensichtlich.

"Eine genaue Vorhersage" dazu, wann die endgültige Methode für die KNB fertig ist, sei nicht möglich, sagte IQWiG-Sprecherin Dr. Anna-Sabine Ernst auf Anfrage. Sie gehe vom "zweiten bis dritten Quartal 2009" aus.

Bislang liegt seit Januar nur eine von Experten überwiegend harsch kritisierte Entwurfsfassung vor. Eine überarbeitete Version 1.1 war mehrfach angekündigt, dann aber wieder verschoben worden. Wann diese lediglich "lesefreundlichere" Version veröffentlicht wird, wollte das IQWiG nicht bekannt geben.

Steffen Wahler vom Verband Forschender Arzneimittelhersteller sieht die Vorgabe des Gesetzgebers, bei der Methode internationale Standards einzuhalten, "in weite Ferne" gerückt, eine kurzfristige Umsetzung sei nicht zu erwarten. "Es steht zu befürchten, dass das Kölner Institut zu einem Methodentiger wird", so Wahler.

Auch Dr. Rainer Hess, Chef des Gemeinsamen Bundesausschusses, sieht Streit voraus: In einer Liste mit Konfliktthemen, die dem GBA bevorstehen, setzte er die KNB auf Platz 1.

Lesen Sie dazu auch:
Eine Methode für den Preis des Fortschritts
Vier Baustellen auf dem Weg zu einer klaren Methode
NICE-Bewertungen haben Ausgaben nicht gesenkt

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »

Stotter-Therapie im virtuellen Raum

Geschätzt über 800.000 Bundesbürger stottern. Viele von ihnen ziehen sich komplett zurück, weil sie Ablehnung fürchten. Ein Ausweg: Therapie-Methoden, bei denen man zunächst zu Hause sprechen übt – online. mehr »