Ärzte Zeitung online, 19.12.2008

Antrag zur Eindämmung von Versandapotheken zurückgezogen

BERLIN (dpa). Bestrebungen der Länder Sachsen und Bayern, dem preiswerten Arzneimittelhandel über Versandapotheken einen Riegel vorzuschieben, sind vorerst vom Tisch. Ein entsprechender Antrag an den Bundesrat wurde am Freitag zurückgezogen, weil es dafür offensichtlich keine Mehrheit gab.

Beide Länder wollten erreichen, den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten zu unterbinden. Das war aus den Reihen der Krankenkassen kritisiert worden. Die Antragsteller äußerten die Befürchtung, durch den Internethandel nehme die Gefahr von Arzneimittelfälschungen zu. Zudem steige das Risiko einer falschen Verwendung, da die Präparate auf Rezept ohne fachliche Beratung abgegeben würden.

Immer mehr Patienten nutzen die Möglichkeit, sich günstig Medikamente auch aus dem Ausland zu bestellen. Diese Konkurrenz ist den niedergelassenen Apotheken schon länger ein Dorn im Auge. Der Versandhandel mit Medikamenten ist in Deutschland seit Anfang 2004 möglich.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Diabetikern wird der HbA1c-Wert nicht oft genug kontrolliert

Eigentlich sollten Ärzte mindestens zweimal im Jahr den HbA1c-Wert bei Typ-2-Diabetikern bestimmen. Bei jedem vierten Patienten messen sie ihn aber nur einmal oder gar nicht. mehr »

SPD will "Ende der Zwei-Klassen-Medizin"

14:10 Nach der knappen Abstimmung pro GroKo-Verhandlung geht es nun darum, die auf dem SPD-Parteitag angesprochenen "Nachbesserungen" in den Koalitionsvertrag reinzuverhandeln. KBV und Hartmannbund reagieren skeptisch. mehr »

Beunruhigend hohe Zahlen in der Altenpflege

Altenpflegekräfte fehlen fast doppelt so oft wegen psychischer Erkrankungen wie andere Beschäftigte, heißt es im länderübergreifenden Gesundheitsbericht für Berlin und Brandenburg. mehr »