Ärzte Zeitung online, 09.04.2009

AOK schließt erste Rabattverträge

STUTTGART (dpa). Nach langen Rechtsstreitigkeiten hat die AOK erste Rabattverträge mit Pharmaunternehmen geschlossen. Sie habe Zuschläge für 8 von insgesamt 63 ausgeschriebenen Wirkstoffen erteilt, berichtete die AOK Baden-Württemberg als Verhandlungsführer der bundesweiten AOK-Gemeinschaft am Donnerstag in Stuttgart.

Von den Verträgen, die ab 1. Juni gelten, profitierten Mittelständler und Großunternehmen in allen fünf Ausschreibungsgebieten. Die Verträge starten mit fünfmonatiger Verspätung und gelten für zwei Jahre.

Die Mengenrabatte sollen zu Kosteneinsparungen für die Kassen von jährlich 500 Millionen Euro führen. Die Patienten sollen nach früheren Angaben der Kasse durch die Befreiung von Zuzahlungen in Millionenhöhe profitieren. Zusätzliches Geld soll auch in die Palliativmedizin, die Versorgung von Frühchen und die Vorsorge fließen.

Für die Hersteller liegt der Vorteil darin, dass die Apotheker verpflichtet sind, AOK-Versicherten die rabattierten Medikamente abzugeben. Die ausgeschriebenen Wirkstoffe hatten im gesamten AOK-System im Jahr 2007 ein Umsatzvolumen von 2,3 Milliarden Euro.

Lesen Sie dazu auch:
Richter geben Plazet für Rabattverträge

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Tumorpatienten bei Schmerztherapie unterversorgt

Viele Krebskranke erhalten keine adäquate Schmerztherapie. Das hat eine erste Analyse der Online-Befragung "PraxisUmfrage Tumorschmerz" ergeben. mehr »

ADHS-Arznei lindert Apathie bei Alzheimer

Eine Therapie mit Methylphenidat kann die Apathie bei Männern mit leichter Alzheimerdemenz deutlich zurückdrängen. mehr »

Zehn Jahre "jünger" durch Sport

Wer Sport treibt, ist motorisch gesehen im Schnitt zehn Jahre jünger als ein Bewegungsmuffel. mehr »