Ärzte Zeitung online, 10.07.2009

Bundesrat billigt staatliche Heroin-Abgabe

BERLIN (dpa). Die staatliche Abgabe von Diamorphin an Schwerstabhängige kann fortgesetzt werden. Der Bundesrat billigte am Freitag einen entsprechenden Gesetzentwurf, den der Bundestag vor eineinhalb Monaten gegen den Widerstand von CDU und CSU verabschiedet hatte.

Unter strengen Voraussetzungen wird das Diamorphin an Drogenabhängige verabreicht, bei denen andere Therapien erfolglos waren. Seit 2002 gab es in sieben deutschen Großstädten bereits entsprechende Modellversuche.

Schon vor zwei Jahren hatten mehrere unionsregierte Bundesländer gefordert, die kontrollierte Diamorphin-Abgabe fortzusetzen und auf ganz Deutschland auszuweiten. Auch Kommunalpolitiker der CDU wie Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth hatten sich dafür ausgesprochen.

Bei der Unionsfraktion im Bundestag stieß das Projekt jedoch auf erbitterten Widerstand. Gegen den Willen des Koalitionspartners hatte die SPD das Gesetz dann aber gemeinsam mit der Opposition durchgesetzt.

Lesen Sie dazu auch:
Bundesrat beschließt mehrere Gesundheitsgesetze
Bundesrat billigt Milliarden-Steuerentlastung
Wieder Krankengeld für Selbstständige

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Ein Sieg der Emanzipation

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Gala mit Herz und Verstand

Mit einer festlichen Gala hat Springer Medizin pharmakologische Innovationen und ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Die Preisträger vermittelten Hoffnung auf Heilung und auf Hilfe, hieß es am Donnerstagabend. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der deutschen pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »