Ärzte Zeitung online, 04.08.2009

Denken Apotheker zu wenig an Wechselwirkungen?

HAMBURG(dpa). Apotheker kümmern sich einer aktuellen Umfrage zufolge zu wenig um mögliche Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln. "Apotheker fragen bei Kunden zu selten nach", teilte die Techniker Krankenkasse (TK) am Dienstag in Hamburg mit. Jeder Zweite werde selten oder nie gefragt, welche Medikamente er - neben der aktuellen Verordnung - noch einnimmt.

"Ein Apotheker muss die Kunden über die Arzneimittel beraten und vor möglicherweise gefährlichen Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Mitteln warnen", sagte TK-Apothekerin Heike Wendt.

Ärzte erkundigten sich laut TK bei 61 Prozent der Befragten nach weiteren Arzneimitteln. Allerdings gab jeder Dritte an, er werde von Medizinern nur manchmal, selten oder nie danach gefragt. Bekommen Patienten Arzneimittel verschrieben oder kaufen nicht verschreibungspflichtige Medikamente, sollten sie nach Wendts Empfehlung bei Medizinern und Apothekern immer alle Mittel angeben, die sie schlucken - auch vermeintlich harmlose Naturarzneimittel.

So könne Johanniskraut die Wirkung der Anti-Baby-Pille abschwächen. Ginkgo und chinesische Heilkräuter könnten in Kombination mit gerinnungshemmenden Arzneimitteln zu Problemen führen.

Für die repräsentative Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa vom 1. bis 9. Juli 2009 im Auftrag der TK 1000 Menschen telefonisch befragt.

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