Ärzte Zeitung online, 23.12.2009

Abgesenkter Großkundenrabatt beschert Apothekern Einkommensplus

NEU-ISENBURG (cw). Nach rund einjähriger Verhandlungsdauer haben die Apotheker für 2009 gegenüber den gesetzlichen Krankenkassen eine Einkommenserhöhung von rund 9,5 Prozent erreicht.

Abgesenkter Großkundenrabatt beschert Apothekern Einkommensplus

Apotheker verzeichnen ein Einkommensplus.

Foto: © Stefan Redel / fotolia.de

Die gemeinsame Schiedsstelle von Apothekerschaft und GKV entschied am Montag, den Abschlag, den Apotheken gesetzlichen Krankenkassen je zu ihren Lasten abgegebener Arzneimittelpackung gewähren müssen, von 2,30 Euro auf 1,75 Euro zu senken. Damit bleibt der Schiedsspruch nur geringfügig über der Marke von 1,70 Euro, die bereits zu Beginn der Verhandlungen im November 2008 von den Apothekern gefordert wurde. Für diese Absenkung stimmten der unparteiische Vorsitzende, die beiden weiteren unparteiischen Mitglieder der Schiedsstelle sowie die Vertreter der Apotheker. Die Kassenvertreter votierten einstimmig gegen die Absenkung.

"Wir bedauern die Entscheidung und haben wenig Verständnis dafür, dass gerade in diesen wirtschaftliche schwierigen Zeiten die Einkommen der Apotheker aus den Portemonnaies der Beitragszahler erhöht werden", kommentierte Florian Lanz, Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, das Abstimmungsergebnis. Die Apotheker hatten die Forderung nach einem niedrigeren GKV-Rabatt vor allem mit der Mehrarbeit zur Umsetzung der Rabattverträge zwischen Kassen und Generikaherstellern begründet.

Aus den voraussichtlich rund 680 Millionen Packungen Fertigarzneimitteln, die dieses Jahr zu Lasten der GKV abgegeben werden, errechnet sich nun ein Nachschlag für die Apotheken von insgesamt 374 Millionen Euro beziehungsweise rund 17 500 Euro pro Offizin. Die Zahlen zur Absatzentwicklung stammen vom Marktforscher Insight Health.

Seit 2004 erhalten Apotheken eine packungsbezogene Fixgebühr für die Abgabe von Fertigarzneimitteln in Höhe von 8,10 Euro zuzüglich drei Prozent Spanne auf den Großhandelspreis. Davon müssen die Apotheken einen Großkundenrabatt von 2,30 Euro an die gesetzlichen Krankenkassen abführen. Laut Sozialgesetzbuch V soll dieser Abschlag erstmals für 2009 "unter Berücksichtigung von Art und Umfang der Leistungen und der Kosten der Apotheken" angepasst werden. Die Verhandlungen zur Anpassung des Abschlags 2010 starten im Januar.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Ostdeutsche sind weniger zufrieden

Bürger im Osten stellen ihrer Gesundheitsversorgung vor Ort ein schlechteres Zeugnis aus als dies Westdeutsche tun. Am zufriedensten sind die Bayern. mehr »

Immer mehr Rentner arbeiten

Doch kein Ruhestand: Immer mehr Menschen arbeiten auch im Alter weiter. Ob sie dies eher freiwillig oder gezwungen tun, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. mehr »

Bauchgefühl wichtiger als Laborwerte

Viele Senioren kennen kein Durstgefühl mehr – das kann gefährlich sein. Bei der Frage, ob jemand dehydriert ist, bringen Laborwerte wenig. Viel wichtiger ist die ärztliche Erfahrung. mehr »