Ärzte Zeitung online, 28.12.2009

Forschende Pharmaindustrie: 2009 gab es 37 Arzneien mit neuen Wirkstoffen

BERLIN (maw). 2009 war für die forschende Pharmaindustrie nach eigenem Bekunden ein höchst innovatives Jahr. "37 Medikamente mit neuen Wirkstoffen haben Pharmaunternehmen 2009 auf den Markt gebracht. Das ist die höchste Zahl seit 1997", konstatierte Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa).

Mit den innovativen Arzneien könne vielen Patienten besser als bisher geholfen werden, beispielsweise bei Gelenkrheuma und bei einigen Krebsarten. Unter den fünf neuen Impfstoffen finde sich erstmals einer gegen die japanische Enzephalitis. Fünf Arzneien dienen der Behandlung seltener Erkrankungen, etwa der Stoffwechselstörung Phenylketonurie oder der Autoimmunkrankheit Muckle-Wells-Syndrom.

Sechs der neuen Präparate enthalten monoklonale Antikörper. Diese biotechnisch hergestellten Wirkstoffe sind natürlichen Abwehrmolekülen des Immunsystems nachempfunden. Einer der neuen Antikörper vernichtet bestimmte Krebszellen auf innovative Weise, indem er sie gleichzeitig mit zwei unterschiedlichen Immunzellen verbindet.

2009 hätten Pharma-Unternehmen laut Verbandsangaben zudem 19 neue Präparate herausgebracht, bei denen bewährte Wirkstoffe auf neue Weise zum Einsatz kommen: So wirkt ein starkes Schmerzmittel nun in Form eines Nasensprays schon binnen weniger Minuten. Ein neuer Impfstoff auf Basis von Varizellen-Viren bietet erstmals Schutz vor Gürtelrose (statt wie bisherige Varizellen-Impfstoffe vor Windpocken).

Gegen Bluthochdruck, Diabetes und Asthma kamen Präparate mit kombinierten Wirkstoffen heraus, die bisher einzeln eingenommen werden mussten. Ein weiteres HIV-Medikament ist nun kindgerecht als Trinklösung verfügbar.

Für jedes Medikament hätten die Unternehmen im Schnitt zwölf Jahre geforscht und rund 800 Millionen US-Dollar (etwa 556 Millionen Euro) für die Entwicklung aufgewendet.

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