Ärzte Zeitung, 18.01.2010

Sozialgericht bestätigt GBA im Streit um Analoga

BERLIN (mwo). Vertragsärzte dürfen kurzwirksame Insulin-Analoga weiter nur dann zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnen, wenn sie nicht teurer als Humaninsulin sind. Das ergibt sich aus einem Urteil des Sozialgerichts Berlin vom 13. Januar. Die Entscheidung im Hauptsacheverfahren ist noch nicht rechtskräftig. Der Beschluss bestätigt eine Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA), wonach kurzwirksame Analoga zur Behandlung von Typ-2-Diabetikern nicht zu Lasten der Kassen verordnet werden dürfen, wenn dies zu Mehrkosten führt.

Gestützt auf eine umstrittene Bewertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hatte der GBA im Juli 2006 keinen Zusatznutzen im Vergleich zu Humaninsulin erkennen können. Die Hersteller Sanofi-Aventis und Lilly Pharma hatten die IQWiG-Bewertung als fehlerhaft angegriffen. Für ihre Präparate haben beide Hersteller inzwischen Rabattverträge mit den Kassen geschlossen. Lilly Pharma teilte mit, man wolle erst nach Vorlage der Urteilsbegründung prüfen, ob man Rechtsmittel einlegt, erklärte eine Sprecherin.

Urteil des Sozialgerichts Berlin, Az: S 83 KA 588/07 und 221/08

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Tumorpatienten bei Schmerztherapie unterversorgt

Viele Krebskranke erhalten keine adäquate Schmerztherapie. Das hat eine erste Analyse der Online-Befragung "PraxisUmfrage Tumorschmerz" ergeben. mehr »

ADHS-Arznei lindert Apathie bei Alzheimer

Eine Therapie mit Methylphenidat kann die Apathie bei Männern mit leichter Alzheimerdemenz deutlich zurückdrängen. mehr »

Zehn Jahre "jünger" durch Sport

Wer Sport treibt, ist motorisch gesehen im Schnitt zehn Jahre jünger als ein Bewegungsmuffel. mehr »