Ärzte Zeitung online, 26.03.2010

Opposition geißelt "halbherzigen Plan"

BERLIN (sun). Die Opposition kritisiert das Arzneimittelsparpaket massiv. "Gemessen an den Ankündigungen ist das ein sehr pharmafreundliches Paket", sagte Gesundheitsexpertin Carola Reimann (SPD) der "Ärzte Zeitung".

Rösler habe nur am Preismonopol gekratzt, es aber nicht gebrochen. Zudem bringen die Vorschläge jetzt keine preisliche Linderung, stattdessen seien alle Pläne nur auf die Zukunft ausgerichtet. Kaum zu verstehen sei, dass die Kosten-Nutzen-Berwertung nur noch eine untergeordnete Rollen spielen würden. Dies sei schließlich ein zentrales Element für die Arzneimittelversorgung.

Die Vorschläge Röslers gingen voll zu Lasten der Patienten und senkten keine Kosten, sagte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD Karl Lauterbach. Neue Arzneimittel würden im ersten Jahr zu den vom Hersteller diktierten Preisen auf den Markt gebracht.

"Der Reformplan ist halbherzig und widersprüchlich und führt mittelfristig zu Preissteigerungen", kritisierte die grüne Gesundheitspolitikerin Birgitt Bender. Es entstünden ernorme Anreize für die Unternehmen, "die Ausgangspreise auf Rekordniveau anzusetzen. Dass es den Krankenkassen später gelinge, einen angemessenen Preis zu vereinbaren, und die zusätzlichen Ausgaben des ersten Jahres wider auszugleichen, sei kaum zu glauben. Die geplanten Dossiers dürften "vielfach nur Verkaufsbroschüren sein", so Bender.

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