Ärzte Zeitung, 31.03.2010

Turbo-Evaluation - auch die muss gerichtsfest sein

MÜNCHEN (sto). Bei dem Vorhaben der Bundesregierung, für patentgeschützte Arzneimittel, die neu auf den Markt kommen, ein Schnellverfahren für die Nutzenbewertung einzuführen, bleiben viele Fragen offen, so der Fachanwalt für Medizinrecht Professor Alexander Ehlers.

Entscheidend werde sein, dass die Schnellbewertung und deren Ergebnisse "gerichtsfest" sein müssen, erklärte Ehlers. Das Verfahren, das die freie Preisbildung durch den pharmazeutischen Hersteller ersetzen soll, müsse nachprüfbar und für die pharmazeutische Industrie kalkulierbar sein, da das Ergebnis nicht nur Auswirkungen auf die Erstattung innovativer Arzneimittel durch die gesetzliche Krankenversicherung haben werde. Die Einführung einer Schnellbewertung für neue Arzneimittel in Deutschland hätte nach Ehlers Auffassung auch Auswirkungen auf den Arzneimittelmarkt und den raschen Zugang der Patienten zu innovativen Arzneimitteln insgesamt.

Mit der Schnellbewertung sollen die Grundlagen für die Preisfindung neuer Arzneimittel sowie für Verhandlungen zwischen Kassen und Herstellern geschaffen werden. Dabei solle die Schnellbewertung einer späteren Kosten-Nutzen-Analyse nur vorgeschaltet sein.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Lebensmittelallergie kommt oft mit den Jahren

Viele Menschen glauben, sie haben eine Nahrungsmittelallergie – dabei ist das oft falsch, so Forscher. Und wer eine hat, bekommt sie häufig erst als Erwachsener. mehr »

Wenn HIV-Selbsttests falsch anschlagen

Die Packungsbeilagen etlicher HIV-Selbsttests sind fahrlässig unvollständig: Über die eher geringe Wahrscheinlichkeit, bei einem positiven Test tatsächlich infiziert zu sein, erfahren Anwender nichts. mehr »

Für eine Welt ohne Typ-1-Diabetes

Ein hohes Risiko für Typ-1-Diabetes im Kindesalter erkennen und die Krankheit verhindern, ist das Ziel von Wissenschaftlern. Eine provokante PR-Aktion wirbt für ihre Arbeit. mehr »