Ärzte Zeitung online, 14.06.2010

Neuer IQWiG-Chef: Großteil der Medikamente überflüssig

BERLIN (dpa). Der neue oberste Pharmaprüfer Jürgen Windeler hält einen Großteil der auf dem deutschen Markt erhältlichen Medikamente für überflüssig. "Die Zahl von 50 000 Medikamentenvariationen könnte ohne Qualitätsverlust vielleicht auf ein Zehntel sinken, in jedem Fall auf unter 10 000", sagte der künftige Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) dem Magazin "Focus".

"Nutzlose Behandlungen" sollte man aus der Erstattungspflicht für die gesetzliche Krankenversicherung herausnehmen, sagte Windeler. Das verschaffe Raum für "wirkliche Fortschritte."

Dem Bericht zufolge strebt Windeler eine Verringerung der Zahl der Medikamente über Einzelbewertungen und nicht mit generellen Maximalkosten pro Behandlung an. An konkreten Kosten orientierte Bewertungsmaßstäbe benachteiligten bestimmte Patientengruppen. Windeler tritt zum 1. September die Nachfolge von Peter Sawicki als Leiter des IQWiG an.

[15.06.2010, 15:56:33]
Reinhard Rodiger 
Irreführung als Anfang ?
Es ist befremdlich,wenn von der neuen Leitung des IQWIG eine Zahl benutzt wird,die einfach so nicht
stimmt. Zieht man Mineralwässer , verschiedene Packungsgrössen und unzählige Homöopathika ab und orientiert sich an der ROTEN LISTE so ist liegt die dort angeführte Zahl bei 9000. Bekannt ist auch,dass 2500 Arzneimittel über 90 % des Umsatzes ausmachen.Wie schön wäre einfache Berücksichtigung gegebener Fakten
und nicht deren populistische Verzerrung. zum Beitrag »
[15.06.2010, 07:30:12]
Dr. Bernhard van Treeck 
Macht das IQWiG jetzt Schluss mit den teuren Scheininnovationen?
Endlich wird auch da gespart, wo es dem Patienten nicht weh tut: Bei der Pharmaindustrie. Jahrzehntelang konnte sie ungestört von der Politik ihre Profite zu Lasten der Beitragszahler ausbauen. Prof. Windeler und das IQWiG werden viel Standing brauchen, um sich gegen den finanzstarken Lobbyismus dieser Branche durchzusetzen. zum Beitrag »

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