Ärzte Zeitung online, 04.08.2010

Generika-Verband kritisiert Wirkstoff-Ausschreibungen

BERLIN (eb). Nach Angaben des Branchenverbandes Pro Generika haben die gesetzlichen Krankenkassen durch die Verordnung von Generika bisher in diesem Jahr 2,6 Milliarden Euro Ausgaben für Arzneimittel gespart.

Allein im Mai 2010 seien 27 844 unterschiedliche Generikapackungen abgerechnet worden. Dahinter stünden derzeit 607 patentfreie und generisch verfügbare Wirkstoffe.

Laut Pro Generika waren generische Arzneien mit 19,52 Euro in deutschen Apotheken im Mai 2010 durchschnittlich nur halb so teuer wie die entsprechenden patentfreien Erstanbieterprodukte (38,47 Euro). In den ersten fünf Monaten des Jahres hätten Ärzte 177 Millionen mal Generika verordnet.

Derweil sieht der Branchenverband die Arzneimittelvielfalt durch Wirkstoff-Ausschreibungen "massiv bedroht". "Bei diesen erhalten nur wenige Generikahersteller den Zuschlag, alle anderen werden von diesen Märkten ausgeschlossen", so Pro Generika. Das führe bereits jetzt zu Marktkonzentrationen und werde in Anbieteroligopolen enden, die dem Wettbewerb um Qualität und Preis "erheblich schaden".

Topics
Schlagworte
Arzneimittelpolitik (7690)
Organisationen
Pro Generika (167)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wie kommen Ärzte an benötigte Grippe-Vakzinen?

Gesundheitsminister Spahn hat die rechtliche Grundlage gelegt, Grippe-Impfstoffe unter Ärzten auszutauschen. Aber wie geht das vonstatten? Darüber scheint Unklarheit zu herrschen. mehr »

Mit Pflege-Ko-Pilot Gewalt vermeiden

Etwa 1,5 Millionen Menschen werden zu Hause ohne Hilfe von Profis gepflegt. Überforderung, Vernachlässigung und nicht selten auch Gewalt sind die Folgen. Jetzt wird über Hilfe für die Helfer nachgedacht. mehr »

Mehr Handhygiene in Kita – weniger Atemwegsinfekte

Handhygieneprogramme in Kitas, bei denen Desinfektionsmittel eingesetzt werden, tragen offenbar dazu bei, Atemwegsinfekte bei unter Dreijährigen deutlich zu verringern. mehr »